Polizeihunde erschnüffeln USB-Sticks und Smartphones

Polizeihunde erschnüffeln USB-Sticks und Smartphones

Von Sabine Tenta

  • Erste Datenspeicher-Spürhunde der NRW-Polizei vorgestellt
  • Hunde finden versteckte Festplatten, USB-Sticks und CDs
  • Ausbildung ist Konsequenz aus Ermittlungen in Lüdge

Ali Baba, ein Herder-Mischling, schnuppert eifrig zwischen Regalen und steckt seine feine Spürnase in die Ritzen eines Sofas. Für einen sehr kurzen Moment frieren die Bewegungen des temperamentvollen Rüden ein. Das Signal für Hundeführerin Christina Guse, dass er fündig wurde. Belohnt wird der Hund mit einem Beißspielzeug.

Hund mit Beißspielzeug im Maul

Ali Baba entspannt nach der Arbeit

Ali Baba ist ein Spezialist. Der Hund mit dem Spitznamen "Flauschi" kann Festplatten, USB-Sticks, CDs, SIM-Karten, Handys und Smartphones finden. Der Rüde und seine Hundeführerin sind eins von fünf frisch ausgebildeten Teams mit Datenspeicher-Spürhunden der NRW-Polizei. Sie wurden am Dienstag (15.10.2019) in Neuss vorgestellt.

Fünf Teams für Datenspeicher-Suche

Mit Ali Baba, Jupp, Theo, Herrn Rossi und Odin hat die NRW-Polizei nun eigene Datenspeicher-Spürhunde. Bislang musste der vierbeinige Kollege Yam der NRW-Justiz ausgeliehen werden. Oder wenn Yam bereits im Einsatz oder im Urlaub war, dann kam die Hilfe aus anderen Bundesländern. Wichtige Beweismittel in Lügde wurden von einem sächsischen Hund gefunden.

Datenspeicher-Spürhund bei der Arbeit

Ali Baba sucht Beweismittel

Alle vorgestellten NRW-Hunde hatten bereits eine Grundausbildung als Rauschgiftspürhunde durchlaufen. In einer 20-tägigen Fortbildung wurden sie auf Datenträger trainiert. Worauf genau die Hunde reagieren gehört zum "Betriebsgeheimnis" der Ausbilder.

Hunde lassen Kameras links liegen

Die Arbeit der Hunde wurde für die Presse in einer Tatort-Muster-Wohnung demonstriert. Das sind Übungs-Räume, die von oben einsehbar sind. Die beim Pressetermin zahlreich vorhandenen Speichermedien in Kameras und die vielen Smartphones haben Ali Baba nicht gestört.

Datenspeicherspürhund bei der Arbeit

Die Übungsräume der Datenspürhunde

Denn er sucht nur nach verstecktem Material und wird dabei auch eng von Christina Guse geführt. Wo ihr Zeigefinger langstreicht, folgt bald die Nase des gehorsamen Hundes.

Reul: "Bester Freund des Ermittlers"

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Hunde und ihrer zweibeinigen Kollegen: "Ein gut ausgebildeter Hund ist der beste Freund des Ermittlers." Schnell habe man nach dem Fall massenhaften sexuellen Missbrauchs in Lügde erkannt, dass die Polizei Datenspeicherspürhunde brauche, so Reul.

Nun gibt es bei der NRW-Polizei 323 Spürhunde, die ganz unterschiedliche Qualifikationen haben: Es gibt unter anderem Spezialisten für Sprengstoff, Leichen, Banknoten, Smartphones und nun auch für Datenspeicher. Die fünf neuen Teams sind in Köln und Recklinghausen stationiert und werden bei Bedarf in ganz NRW eingesetzt.

Stand: 15.10.2019, 15:24

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