Ungeschützte Patientendaten im Netz: Datenleck in radiologischer Praxis

Ungeschützte Patientendaten im Netz: Datenleck in radiologischer Praxis

  • 4.600 medizinische Daten ungeschützt im Internet
  • Grund: Ungesicherte Schnittstelle
  • Untersuchung läuft noch

Die sensiblen medizinischen Daten von Patienten aus Kempen, die auf ungesicherten Servern öffentlich zugänglich waren, sind von einer radiologischen Praxis in Kempen aus im Internet gelandet. Das bestätigte ein Sprecher der NRW-Datenschutzbeauftragten, Helga Block, am Donnerstag (19.09.2019) dem WDR.

Demnach seien rund 4.600 Datensätze Kempener Patienten durch eine ungesicherte Schnittstelle zum Datenaustausch im Netz gelandet. Über diese Schnittstelle tauscht die Praxis die Daten zum Beispiel mit Ärzten oder Krankenhäusern aus.

Untersuchungen laufen noch

Ob diese Daten im Internet auch abgerufen wurden, ist unklar. Die Untersuchungen liefen noch, teilte der Sprecher mit. Unsicher sei auch, ob es zu einer Strafe gegen die Praxis kommen wird, da sie sich selbst bei der Datenschutzbeauftragen gemeldet habe.

Insgesamt waren rund 13.000 Datensätze aus Deutschland auf ungeschützten Servern gelandet. Die meisten davon aus Kempen und Ingolstadt. Das ging aus einem Bericht des Bayrischen Rundfunks vom vergangenen Dienstag hervor.

Brustkrebsscreenings, Wirbelsäulenbilder und Röntgenaufnahmen

In mehr als der Hälfte der Datensätze sollen auch medizinische Bilder wie Brustkrebsscreenings, Wirbelsäulenbilder und Röntgenaufnahmen enthalten sein. Sie seien noch bis vergangene Woche zugänglich gewesen und stammten von mindestens fünf verschiedenen Server-Standorten in Deutschland.

Weltweit ist die Dimension deutlich größer. In rund 50 Ländern von Brasilien über die Türkei bis Indien sollen 16 Millionen Datensätze im Netz stehen.

Stand: 19.09.2019, 16:03