Black Friday: Experten erwarten Cyberattacken

Black Friday: Experten erwarten Cyberattacken

Von Sebastian Titttelbach

  • Cyberschützer rechnen mit vermehrten Attacken zum Black Friday
  • Händler und Kunden können zum Ziel werden
  • Verbraucherzentrale warnt vor Mails mit falschen Gutscheinen

Onlinehändler haben diese beiden Tage fest im Blick: Den Black Friday und gleich danach den Cyber Monday.

Aber nicht nur Verkäufer hoffen auf gute Geschäfte, Hacker stellen sich offenbar genauso auf zwei Großkampftage ein. Zu dieser Einschätzung kommt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn. Behörden-Chef Arne Schönbohm rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Cyberattacken.

Black Friday - was bringt das den Verkäufern?

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 25.11.2019 04:34 Min. Verfügbar bis 24.11.2020 WDR 5

Download

Cyber-Attacken auf Internetseiten der Händler

"Denial of Service"-Attacken sind mit das Schlimmste, was einem Onlinehändler passieren kann. Hacker bombardieren die Internetseite so heftig mit sinnlosen Anfragen, bis die Computer unter dieser Last zusammen brechen. Der Shop ist dann für echte Kunden nur noch schlecht oder gar nicht mehr zu erreichen. 

Ein Horror-Szenario, vor allem an umsatzstarken Tagen. Der Handelsverband Deutschland rechnet am Black Friday und Cyber Monday mit einem Umsatz von 3,1 Milliarden Euro beim Onlineshopping. Ein Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hacker wollen dabei kräftig mitverdienen.

Konkurrenz lahm legen

Ein anderes Szenario: Ein Händler engagiert Hacker, damit sie gezielt die Onlineshops der Konkurrenz lahm legen. Aber auch Zahlungsdienstleister und Paketdienste sind Ziele von Cyberattacken am Black Friday

Die Bonner Cyberschützer haben die Angriffe im vergangenen Jahr analysiert. Die Attacken dauerten zum Teil über fünf Stunden. Und die Täter sind kaum zu ermitteln.

Auch Kunden können zum Ziel werden

Nicht nur Händler sollten vorsichtig sein. Auch Kunden können zum Ziel werden. Die Verbraucherzentralen warnen vor Mails zum Black Friday mit falschen Gutscheinen und Rabattaktionen.

Die Hacker hätten es auf die persönlichen Daten der Empfänger abgesehen oder sie wollen Schadsoftware verbreiten. BSI-Chef Arne Schönbohm empfiehlt ein gesundes Misstrauen. 

Kompletter Schutz ist nicht möglich

Einen kompletten Schutz für Onlineshops gibt es aus Sicht der Behörde nicht. Wer versuche, seine Internetseite gegen alle Angriffe abzusichern, habe wahrscheinlich bald keine Kunden mehr, weil der Einkauf dadurch zu kompliziert wird. Die Händler müssten abwägen, wie ungemütlich sie es Hackern machen und wie bequem den Kunden.

Stand: 28.11.2019, 18:45

Weitere Themen