Cyberangriffe gegen Stadt Wuppertal

Cyberangriffe gegen Stadt Wuppertal

  • Fake-Mails und Trojaner gehören bei Stadt Wuppertal zum Alltagsgeschäft
  • Neue Technik für 2,4 Millionen Euro
  • LKA ermittelt mit "Kompetenzzentrum Cybercrime"

Wenn Daniel Heymann morgens ins Büro kommt und seinen Rechner startet, ist er oft neugierig, ob es wieder einen Angriff gegeben hat. Auf einen der 5.000 Mail-Anschlüsse bei der Stadt Wuppertal. Das passiert ständig, sagt der Leiter beim Amt für Informationstechnik: Fake-Mails mit vermeintlichen Zahlungsaufforderungen des Bürgermeisters über fast 50.000 Euro sind keine Seltenheit. Aber Heymann gibt immer wieder Seminare für die Mitarbeiter an den entscheidenden Stellen, damit die auf solche Tricks nicht reinfallen. Ernster ist es, wenn Unbekannte einen Trojaner einschleusen. Dann stürzt der Rechner ab, wird von außen gekapert, und die Stadt soll ein Lösegeld zahlen - in der Internet-Währung Bitcoin.

LKA ermittelt gegen Cybercrime

Die neue Technik für 2,4 Millionen Euro zum Schutz der Server soll Angriffe besser verhindern. Jeder Zugriff auf die Internet-Seiten der Stadt wird analysiert. Sucht eine Schad-Software von außen die Schwachstellen im Wuppertaler Internet, wird das erkannt und abgeblockt. So viel kriminelle Energie gibt es inzwischen im Internet, dass das Landeskriminalamt NRW vor einigen Jahren das „Kompetenzzentrum Cybercrime“ gegründet hat. 150 Spezialisten arbeiten dort.

Schwachstelle Mensch

Viele Experten sagen, der klassische Bankraub mit Pistole in der Hand ist out. Online sei viel mehr zu holen. Laut LKA sei aber die größte Schwachstelle im Netz der Mensch mit seiner Sorglosigkeit. Nur jeder zehnte Fall von Internet-Kriminalität werde laut LKA angezeigt. Anscheinend erhofften sich die Opfer nicht viel von den Ermittlungen. Daniel Heymann von der Stadt Wuppertal erzählt, dass sich oft Trojaner in Mails verstecken, in denen zum Beispiel Mütter Fotos ihrer verletzten Kinder anklicken sollen. Absender ist dann angeblich die Kita der Kinder. Skrupel hätten die Täter nicht, glaubt er.

Stand: 08.02.2018, 17:06