Internationales Cyber-Institut für Datensicherheit startet in Düren

Digitalna bezbednost, ilustracija

Internationales Cyber-Institut für Datensicherheit startet in Düren

Von Michael Esser

Ein neues Institut für Cyber-Sicherheit und digitale Innovation nimmt im Herbst im Kreis Düren die Arbeit auf. Dort sollen Nachwuchskräfte für Unternehmen ausgebildet werden.

Allein im Kreis Düren gibt es 12.000 kleine und mittlere Unternehmen. Viele tun sich mit der Digitalisierung schwer: zu langsam, zu teuer, zu wenig Wissen und zu wenig Fachkräfte, die sich auskennen. Das sind oft gehörte Klagen aus der Praxis. Doch bei jedem größeren Hacker-Angriff auf Firmen und Unternehmen wird auch der Ruf nach mehr Schutz laut.

Studiengänge und Praxis

Unter anderem für diese Situation bietet das neue Institut für Cybersicherheit gezielt Studiengänge an. Gestartet wird im Oktober mit den Studiengängen „Digital Business Management“ und „Cyber- and Computer-Security“, jeweils mit Bachelor-Abschluss. Der erste hat Betriebswirtschaft als Basis, der zweite ist mehr technik- und IT-lästig. Beide aber haben ihre Schwerpunkte in der Praxisorientierung.

Mehrere Personen sitzen an Tischen und diskutieren.

Der Kreis Düren bei der Vorstellung des neuen Instituts

Neben den klassischen Studiengängen in Lehre und Forschung werden berufsbegleitende Seminare, Zertifikatskurse oder Ähnliches vorbereitet. Das Angebot richtet sich an Schulabgänger ab Fachhochschulreife, an Meister und Fachkräfte aus der Technik sowie an Führungskräfte, die ihre Karriere mit einem Studium voranbringen wollen.

Düren wird Hochschulstandort

Die beiden Studiengänge stehen auch für die Einrichtungen, die das Institut tragen. Das sind die private, bundesweit tätige Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und die britische Universität Gloucestershire, einer führenden Uni für Cyber-Security in Großbritannien.

Mit dieser doppelten Ausrichtung - auf den Mittelstand und seine Anforderungen hin und zugleich international - reklamiert das neue Cyber-Institut ein Alleinstellungsmerkmal für sich. Geworben wird um Studenten aus der ganzen Welt, erste Fühler wurden sogar schon nach China und Indien ausgestreckt.

Strukturwandel soll profitieren

Mit dem neuen Institut wird Düren nach vielen Jahren vergeblicher Bemühungen staatlich anerkannter Hochschulstandort. Mittelfristig soll es einige hundert Studierende am Dürener Cyber-Institut geben. Die Gebühren in einem klassischen Studiengang liegen bei 7.500 Euro pro Jahr, für den Bachelor werden minimum drei Jahre gerechnet.

Der Start im Oktober wird vermutlich eher noch klein ausfallen, die Werbekampagne läuft erst an. Langfristig aber ist der Bau eines eigenen Campus in Düren geplant.

Der Kreis Düren sieht hier - neben dem studentischen Leben in der Stadt und dem Imagegewinn als Hochschulstandort - auch positive Effekte für den Strukturwandel von alten Industriemodellen zur Digitalisierung. Der Kreis fördert die Ansiedlung, die Start-Professuren und das weitere Personal mit 4,3 Millionen Euro über fünf Jahre. Der Beschluss im Kreistag fiel einstimmig.

Stand: 05.07.2021, 15:06