Coronavirus: Rassismus in Kölner Asia-Supermarkt?

Coronavirus: Rassismus in Kölner Asia-Supermarkt?

  • Coronavirus: Asiaten unter Generalverdacht?
  • Diskriminierung in einem Kölner Asia-Supermarkt
  • Offenbar kein Einzelfall

Sind alle Chinesen krank? Das soll ein Mädchen in einem Kölner Asia-Supermarkt am Donnerstag ihre Mutter gefragt haben. Doch statt sie über das Coronavirus aufzuklären, habe die Mutter geschwiegen.

Mit einem Schal vor dem Gesicht

So erzählte es der Sohn des Supermarkt-Inhabers, Yen Souw Tain, am Samstag (01.02.2020) dem WDR. Schon als die Frau mit ihrer Tochter den Heng-Long-Supermarkt betreten habe, fühlte er sich gedemütigt. Die Mutter habe zu ihrer Tochter gesagt, sie solle sich den Schal vors Gesicht ziehen.

"Das macht mich einfach nur traurig", sagte der gebürtige Kölner. "Köln ist für mich eine der tolerantesten Städte." Einen solchen Rassismus habe er hier noch nicht erlebt.

Offenbar kein Einzelfall

Heng Long Supermarkt in Köln

Der Heng-Long-Supermarkt in Köln.

Von Freunden und Bekannten jedoch seien ihm schon einige ähnliche Fälle zu Ohren gekommen, seit in China das Coronavirus ausgebrochen ist. Sie seien in öffentlichen Verkehrsmitteln "schief angeguckt" und manchmal auch verbal angegriffen worden, berichtete Yen Souw Tain.

Auch auf der Facebook-Seite des Supermarkts ist der Fall nachzulesen. Viele Nutzer dort zeigen sich schockiert. "Mir fehlen die Worte", schreibt eine Facebook-Userin. Ein anderer User schreibt sarkastisch: "Ich habe eine alte chinesische Vase. Ist die ansteckend?"

Yen Souw Tain wünscht sich, dass in der Aufgeregtheit der Corona-Krise die Menschen nicht in Vorurteile verfallen. "Die Mutter hätte der Tochter erklären können, dass nicht alle Asiaten Chinesen sind und dass nicht alle Asiaten ansteckend sind."

Stand: 01.02.2020, 18:21