Kliniken im Rheinland schreiben durch Corona rote Zahlen

Person liegt in einem Krankenhaus-Bett

Kliniken im Rheinland schreiben durch Corona rote Zahlen

Laut Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts rechnen 60 Prozent der deutschen Krankenhäuser mit Verlusten im abgelaufenen Jahr. Auch Kliniken im Rheinland sind betroffen. Durch die Coronapandemie kämen immer weniger Patienten.

So wie dem Klinikum Leverkusen geht es derzeit vielen Krankenhäusern in Deutschland. Laut Klinikum würden derzeit nämlich viele Patient:innen einer Behandlung fernbleiben, aus Angst vor einer Coronavirusinfektion.

Weniger Patient:innen, weniger Geld

Die Behandlung jeder Patientin und jedes Patienten wird den Krankenhäusern bezahlt. Weil diese jetzt fehlen, nehmen die Krankenhäuser laut eigener Aussage weniger ein. Andreas Weiß leitet den Fachbereich Finanzen/Controlling im Klinikum Leverkusen. Er sagt, die Anzahl der Patienten sei im Coronajahr 2020 um zehn Prozent zurückgegangen im Vergleich zu 2019. Im Jahr 2021 sieht es nicht anders aus.

Laut Kliniken reichen Coronahilfen nicht

Ärzte im Operationssaal

Ingo Morell aus der Geschäftsleitung der GFO Kliniken Rhein-Berg sagt, dass die finanzielle Belastung auch noch andere Gründe hat. Die staatlichen Coronahilfen deckten nicht zu hundert Prozent das Budget der Krankenhäuser. „Zwei Prozent der Ausfälle müssen wir nach wie vor selbst erwirtschaften. Für die GFO-Kliniken bedeutet das eine Summe von 1,4 Millionen Euro.“ Hinzu käme, dass sich viele Ärzte und Pflegerinnen mit Corona infizierten. Die Personalausfälle müssten mit „Fremdpersonal“ kompensiert werden. Externe Arbeitskräfte seien aber deutlich teurer als interne.

Krankenhausgesellschaft NRW fordert Verlängerung der Coronahilfen

Bis 19. März bekommen die Kliniken im Rheinland noch Coronahilfen. Danach laufen sie nach jetzigem Stand aus. Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, fordert, dass diese Hilfen auch darüber hinaus gezahlt werden. Außerdem sollen die restlichen zwei Prozent, für die die Kliniken bislang selbst aufkommen müssen, ebenfalls kompensiert werden. „Wir gehen davon aus, dass auch 2022 kein Normalbetrieb möglich ist und die Patient weiterhin wegbleiben. Ohne die Finanzhilfen rutschen die Krankenhäuser Ende des Jahres wieder ins Defizit.“

Auch das Klinikum Leverkusen hofft auf eine Verlängerung der Coronahilfen. Denn fließt das Geld nicht, müsste man im schlimmsten Fall langfristig bei Personal und medizinischer Versorgung sparen. Das will man verhindern. Denn: zu spüren bekommen würden das schlussendlich die Patienten.

Stand: 06.01.2022, 17:50