Köln: Stadt verbietet Alkohol zum Karnevals-Auftakt am 11.11.

Henriette Reker bei einer Pressekonferenz in Köln am 27. Oktober 2020.

Köln: Stadt verbietet Alkohol zum Karnevals-Auftakt am 11.11.

In Köln wird es zum Auftakt der Karnevalssession am 11.11. ein Alkoholverbot außerhalb von Gaststätten geben. Das hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Dienstag auf einer Pressekonferenz verkündet.

Demnach darf im Stadtgebiet - mit Ausnahme von Gaststätten - weder öffentlich Alkohol konsumiert noch verkauft werden.

"Diesmal wird nicht gefeiert, wird nicht geschunkelt, wird nicht getanzt. Dieses Jahr gibt es keinen 11.11.", sagte Reker. "Diesmal nicht" - so heißt auch das Motto der Kampagne, die die Stadt in Zusammenarbeit unter anderem mit dem Festkomitee, den Gastronomen und Einzelhändlern der Stadt erarbeitet hat.

Wegen Corona: Kein Alkohol in Köln am 11.11.

Reker forderte alle Kölnerinnen und Kölner auf, ihre Kontakte "auf das absolute Mindestmaß" zu beschränken: "Bleibt bitte alle zu Hause, feiert auch zu Hause nicht, bleibt in kleinem Kreis." Köln solle weiterhin die Hochburg der Jecken bleiben "und nicht die Hochburg der Infektionen", sagte die Oberbürgermeisterin.

Das gemeinsame Ziel sei - in Anlehnung an den bekannten Hit der Bläck Fööss: "Drink doch keine met".

Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn: Karneval als "Ankerpunkt"

Reker dankte dem Festkomitee, den Karnevalsgesellschaften sowie Gastronomen und Künstlern für die Zusammenarbeit. Sie wisse, was ein Verzicht am 11.11. bedeute. "Aber ich weiß auch, wenn es eine Stadt zusammen schaffen kann, damit umzugehen und auch im Verzicht zesamme zo stonn, dann sind wir es, liebe Kölnerinnen und Kölner."

Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn wollte den Karneval nicht komplett abschreiben. Es werde dieses Jahr nur viel stiller werden. Auch, wenn dieses Jahr im Karneval keine Zuschauer zu sehen seien, sei es trotzdem wichtig für die Kölnerinnen und Kölnern, einen "Ankerpunkt" zu haben.

"Wir wollen Nachdenklichkeit zeigen und zeigen, dass wir mit so einer Krisensituation gut umgehen können", sagte Kuckelkorn. Er habe allerdings Sorge, dass Privatfeiern Überhand nähmen.

Kein Karneval in Köln am 11.11.: Gastronomie zieht mit

Auch in der Gastronomie gebe es für zum 11.11. positive Rückmeldung, sagte der Leiter des Kölner Ordnungsamtes, Wolfgang Büscher. 30 Prozent aller Gastronomien und Bars in den Hotspots hätten angekündigt, zu schließen. Der überwiegende Teil werde Kunden nur nach Reservierung bewirten.

Feiern am 11.11. - das lohnt sich nicht, stellte Büscher noch einmal heraus. Der Leiter des Ordnungsamts kündigte an, dass die Stadt Vergehen rigoros ahnden und mit Bußgeldern oder "Zwangsmaßnahmen" bestrafen werde.

Stand: 27.10.2020, 16:35