Corona-App aus Aachen

Eine blonde Frau mit türkisem Mundschutz bedient ein silbernes iPhone

Corona-App aus Aachen

  • IT-Spezialisten entwickeln App-Konzept
  • Experten wollen Bundesregierung unterstützen
  • Tracking-App mit Datenschutz

Eine sogenannte Fokusgruppe für Cyber-Security des Digital Hub Aachen hat am Montag (20.04.2020) ein Konzept für eine Tracking-App zur Eindämmung von Covid-19 vorgestellt. Das Team besteht aus  IT-Spezialisten, Unternehmern und Wissenschaftlern.

App mit Datenschutzkonzept

Bei der App handelt sich um einen sogenannten Social Distance Scanner wie ihn die Bundesregierung auch plant. Diese Tracking-App dient dazu, Menschen besser orten zu können, die sich eventuell mit dem Corona- Virus infiziert haben.

Das Besondere an dem Konzept der Aachener Experten: die Daten in der App können nur vom Benutzer selbst frei gegeben werden, und sie werden nicht automatisch gespeichert. So soll keine zentrale oder staatliche Stelle herausfinden können, mit wem ein Bürger Kontakt hatte.

Um dem Missbrauch der flächendeckenden Überwachung von Bürgern vorzubeugen, ist es aus Sicht der Aachener Forschungsgruppe zwingend notwendig, dass beim Einsatz solcher Technologien Privatsphäre, Datenschutz und IT-Sicherheit bei der App-Entwicklung von Beginn an und im Sinne der Benutzer berücksichtigt werden.

Apps sollen Virus-Ausbreitung eindämmen

Der Einsatz von Apps zum Nachvollziehen von Infektionsketten findet aktuell trotz datenschutzrechtlicher Bedenken immer mehr Befürworter aus Politik und Wissenschaft. Er wird vor allem als vielversprechende Möglichkeit gesehen, die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie bei gleichzeitiger Lockerung von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren einzudämmen.

Die Tracking-Apps stellen die physische Nähe von Personen untereinander fest, werten Infektionswege aus und informieren Kontaktpersonen von Infizierten ohne zeitliche Verzögerung. Durch die schnelle Isolation von Corona-positiven Personen soll eine weitere Ausbreitung des Virus begrenzt werden.

Ein sogenannter "Shutdown", der das öffentliche Leben zum Erliegen bringt, könne damit künftig deutlich erschwert werden, sagen Befürworter von Tracking-Apps.

Stand: 20.04.2020, 17:05