"Cop Map" - Protestaktion gegen Polizeigesetz

Webseite Cop Map

"Cop Map" - Protestaktion gegen Polizeigesetz

  • Digitale Karte zeigt Polizeikontrollen und –einsätze in Echtzeit
  • Aktivisten wollen damit neues Polizeigesetz kritisieren
  • Über 7.000 Polizeieinsätze schon bundesweit gemeldet

"Cop Map" ist eine interaktive Karte, auf der jeder, der auf die Seite geht, Polizeikontrollen und –einsätze in Echtzeit eintragen kann. Außerdem ist auf der Karte zu sehen, wo sich Polizeiwachen und Überwachungskameras befinden. In Düsseldorf und Wuppertal wurden bereits erste Einsätze eingetragen. Was die Initiatoren als politischen Protest verstanden wissen wollen, sorgt für Diskussionen.

Kritik von Innenministerium und Polizei

Michael Mertens, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in NRW

Polizeigewerkschafter Michael Mertens

Das nordrheinwestfälische Innenministerium kritisiert die Aktion - sie offenbare ein "seltsames Verständnis von Polizei: Vor der Polizei muss man nicht warnen, sie ist Freund und Helfer." Auch die Polizeigewerkschaft fühlt sich angegriffen: "Der Umgang mit den Polizistinnen und Polizisten, die ja einen wichtigen Beruf ausüben, ist da schon sehr respektlos."

Gruppe sieht Freiheit bedroht

Das sogenannte "PENG!-Kollektiv" und die "Polizeiklasse" - eine sechsköpfige Gruppe von Aktivisten, Hackern und Kunststudenten aus München und Berlin, wollen mit der Aktion das neue Polizeiaufgabengesetz (PAG) in Bayern kritisieren. Dass die Polizei bei einer sogenannten "drohenden Gefahr", also ohne konkreten Verdacht, weitreichend in Grundrechte eingreifen, Menschen überwachen kann, sieht die Gruppe als Bedrohung für die Freiheit an.

Webseite Cop Map

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"Damit werden Polizeiwillkür, Racial Profiling und Überwachung Tür und Tor geöffnet. Polizeigewalt ist für bestimmte gesellschaftliche Gruppen leider nichts Neues. Mit dem neuen PAG wird die Polizei immer mehr zu einer Gefahr für Grundrechte, für die Freiheit und die Demokratie. Es ist Zeit für eine kritische Haltung und eine Solidarisierung mit den Betroffenen quer durch die Gesellschaft", sagen die Aktivisten Nina Los und Samuel Paley.

Überwachung der Überwacher?

Mit ihrer digitalen Karte wollen die Aktivisten den Spieß umdrehen und ihrerseits die Polizei "überwachen". Deswegen greifen die Macher der Plattform auch den Begriff der "drohenden Gefahr" aus dem neuen Polizeiaufgabengesetz auf.

Stand: 26.10.2018, 17:59