Ermittlungen im Mordfall Claudia Ruf gehen weiter

Vermisste Claudia Ruf

Ermittlungen im Mordfall Claudia Ruf gehen weiter

Von Christoph Hensgen

  • Der Mordkommission fehlen noch knapp 300 Speichelproben
  • Mittlerweile 2.400 Männer, die als Täter in Betracht kommen
  • Corona-Pandemie behindert die Arbeit der Ermittler

24 Jahre nach dem Mord an der damals elfjährigen Claudia Ruf hat die Polizei von 2.000 Männern eine Speichelprobe genommen. 1.400 – also etwa drei Viertel davon – sind ausgewertet worden. Ein Treffer war bislang nicht dabei. Doch die Bonner Ermittler glauben weiter fest daran, dass sie den Mörder überführen werden.

Weitere Speichelproben nach Lockerungen in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie erschwert und verzögert die Suche nach dem Mörder von Claudia Ruf. Reinhold Jordan, Leiter der Mordkommission, und sein Team haben die Entnahme weiterer Speichelproben verschoben. Bisher fehlen noch knapp 300 DNA-Proben, so Jordan.

Zahl der Männer, die ins Raster passen, ist deutlich gestiegen

Aber nicht nur die Corona-Krise sorgt dafür, dass die Ermittlungen sich hinziehen. Als im November der Massenspeicheltest startete, war die Polizei von 1.900 Männern ausgegangen, die als Täter in Betracht kommen könnten. Mittlerweile ist die Zahl auf 2.400 gestiegen.

Neuer Ermittlungsansatz seit Herbst 2019

Claudia Ruf war 1996 in Grevenbroich-Hemmerden entführt, sexuell missbraucht und ermordet worden. Die Polizei konnte damals DNA des Mörders sicherstellen.

24 Jahre später gibt es von Claudias Mörder noch immer keine Spur. Neben einem neuen Ermittlungsansatz stärkt eine Gesetzesänderung die Hoffnung, den Täter endlich zu finden: sogenannte "Beinahe Treffer". Wenn durch den Speicheltest ein enger Verwandter des Mörders ermittelt wird, dürfen LKA-Experten im Labor jetzt auch diese "Beinahe Treffer" verwerten und an die Mordkommission weitergeben.

Gericht zwingt Männer zur Abgabe einer Speichelprobe

Kompliziert bleibt das Aufspüren aller Männer, die ins Raster passen. Einige sind ins Ausland gezogen, andere haben sich bisher geweigert, freiwillig DNA abzugeben. Drei von 15 Männern wurden bereits gerichtlich dazu gezwungen. 200 von denen, die ins Raster passen, sind gestorben. In ihrem Fall braucht die Polizei die DNA-Probe eines nahen Verwandten.

Reinhold Jordan und sein Team bleiben optimistisch: "Wir glauben weiterhin, dass wir Claudias Mörder überführen werden."

Mordfall Claudia Ruf: Warten auf einen Treffer 05:28 Min. Verfügbar bis 10.12.2020 Von Christoph Hensgen

Stand: 07.04.2020, 12:30