Clan-Chef aus Leverkusen zu acht Jahren Haft verurteilt

Urteil im Goman Prozess

Clan-Chef aus Leverkusen zu acht Jahren Haft verurteilt

  • Familie im ständigen Konflikt mit Gesetzen
  • Erst diese Woche gab es eine Razzia
  • Mann muss lange ins Gefängnis

Gegen Mitglieder einer Großfamilie aus Leverkusen sind am Freitag (22.11.2019) vor dem Kölner Landgericht Urteile in einem Betrugsprozess gesprochen worden. Ein Angeklagter muss für acht Jahre ins Gefängnis. Die Familie ist seit Jahren bundesweit bekannt. Vor vielen Jahrzehnten haben sie sich in Leverkusen niedergelassen und sind seit dem regelmäßig im Konflikt mit dem Gesetz.

Familienangehörige in Taten verwickelt

Im aktuellen Fall soll ein Mitglied der Großfamilie ein Ehepaar aus dem Rheinland um fast eine Million Euro betrogen haben. Durch Lügen sei es dem 43-jährigen selbsternannten „Don“ der Familie gelungen sein, Kredite von dem Paar zu erschleichen, obwohl er nie vorhatte das Geld zurückzuzahlen.

Der am Freitag Verurteilte soll das Geld in Luxusgüter, wie zum Beispiel Autos, investiert haben. Seine Komplizen, darunter sein Sohn, sollen ihm geholfen haben das Geld zu waschen, also die Herkunft zu verschleiern, indem sie die Autos etwa kauften. Bei einer Durchsuchung vor zwei Jahren stellte die Polizei mehrere Luxuswagen am Anwesen der Familie sicher.

Hauptangeklagter saß bereits im Gefängnis

Bevor der aktuelle Prozess gegen den Hauptangeklagten begann, saß er bereits wegen anderer Betrügereien im Gefängnis. Dabei ging es um die sogenannte „Teppich-Masche“. Er gaukelten ebenfalls älteren Menschen vor, eine Ladung mit sehr wertvollen Teppichen im Hamburger Hafen, auslösen zu müssen. Dafür brauche er kurzfristig Geld. Davon sahen die Betroffenen nichts wieder.

Erst vor zwei Tagen hatte es in Leverkusen-Wiesdorf eine Razzia der Polizei in einem Wohnhaus der Familie gegeben. Dabei ging es um den Verdacht, dass acht Personen Leistungen vom Jobcenter in Leverkusen erschlichen haben sollen.

Immer wieder im Konflikt mit dem Gesetz

Vor dem Amtsgericht in Köln beginnt demnächst ein Prozess gegen sechs weitere Mitglieder der Familie. Dabei geht es um Diebstahl, Hausfriedensbruch und versuchten Betrugs. Dieser Clan soll mit anderen Großfamilien, zum Beispiel aus dem Ruhrgebiet, nichts zu tun haben. Die Roma-Familie stammt ursprünglich aus Osteuropa.

Im aktuellen Verfahren sagte die Staatsanwältin, dass sie pessimistisch sei, dass der Hauptangeklagte jemals ein straffreies Leben führen könne. Ob sie recht hat wird man erst in einigen Jahren sehen, wenn der 43-Jährige seine Strafe abgesessen hat.  

 

Razzia bei Leverkusener Großfamilie Lokalzeit aus Köln 22.11.2019 01:40 Min. Verfügbar bis 22.11.2020 WDR

Stand: 22.11.2019, 15:42