Ärger um neuen City-Ring in Bonner Innenstadt

Die Nassestraße in Bonn.

Ärger um neuen City-Ring in Bonner Innenstadt

Von Sebastian Tittelbach

  • Bürger kritisieren neue Verkehrsführung
  • Autos fahren durch Fahrradstraße und über Schulweg
  • Zunächst siebenmonatiger Test 

In der Innenstadt wird ab Sonntag (01.09.2019) sieben Monate lang eine neue Verkehrsführung auf dem City-Ring getestet. Deutliche Kritik wird an den Änderungen für die Kaiserstraße geübt. Deswegen hat die Stadt Bonn am Mittwoch (28.08.2019) eine Bürgerinformation durchgeführt.

60 Parkplätze gestrichen

Fahrräder und Busse sollen deutlich mehr Platz bekommen. Eine breite Spur Richtung Süden teilen sich Busse und Fahrradfahrer, Richtung Innenstadt führt ein eigener Fahrradweg. Auf der Bürgerversammlung haben rund 180 Teilnehmer die neue Verkehrsführung in der Innenstadt schwer kritisiert.

Eine Fahrradfahrerin fährt auf einer Straße an einem PKW vorbei (Symbolbild)

Für Verkehrsteilnehmer wird es enger.

Für Autofahrer wird die Fahrt dagegen ungemütlicher: Sie dürfen nur noch Richtung Innenstadt fahren und müssen dabei schmale Seitenstraßen nutzen. Rund 60 Parkplätze wurden entfernt. Der Stadtrat hatte diese Maßnahme kurz vor der Sommerpause beschlossen.

ADFC: Fauler Kompromiss

Kritik gibt es vor allem, weil die Autos durch eine Fahrradstraße vorbei an einer Mensa geführt werden und auf einem Schulweg fahren. Eine Anwohnerinitiative lehnt das ab, genauso wie die Universität und der Fahrradclub ADFC. Werner Böttcher, verkehrspolitischer Sprecher des Clubs, spricht von einem faulen Kompromiss.

OB sind Hände gebunden

Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) machte vorab deutlich, dass auch er wenig von dieser Verkehrsführung hält und die Verwaltung eine andere Variante vorgeschlagen hatte. Ihm seien aber die Hände gebunden, weil sich der Rat anders entschieden habe.

Weniger Autos in der Innenstadt

Der Test läuft insgesamt sieben Monate. In dieser Zeit werden auch weitere Verkehrsführungen in der Innenstadt ausprobiert. Ziel ist, dass weniger Autos durch die Rathausgasse, Stockenstraße, Am Hof und Wesselstraße fahren. Dies soll die Innenstadt entlasten und die Universität besser mit der Fußgängerzone verbinden.

Neuer Luftreinhalteplan für Bonn 02:35 Min. Verfügbar bis 15.08.2020

Stand: 29.08.2019, 09:06

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Wolfgang Gross 30.08.2019, 13:31 Uhr

    Der Planungsaussschuss hatte einen fraktions?bergreifenden Beschluss gefasst also auch CDU:Kaiserstrasse als Einbahnstraße (von S?den gesperrt). Dann grätschte der CDU OB kurz vor der Ratssitzung dazwischen und es kam zu diesem unsinnigen Beschluss. Soviel zur Verkehrswende und Klimanotstand in Bonn.

  • 3 Karl-Heinz Rochlitz 29.08.2019, 22:49 Uhr

    Das ist ungewöhnlich, wie eklatant falsch und beschönigend der WDR die Rolle des Bonner Oberbürgermeisters darstellt: Der Planungsausschuss der Stadt hatte sich auf eine bessere Lösung verständigt, die dann vom OB in einer Hauruckaktion zum Negativen verändert wurde, womit er sich auch quasi zum Büttel von IHK & Co gemacht hat. Die GRÜNEN haben dann zwar noch versucht, den Autoverkehr unattraktiver zu machen, aber die daraus entstandene Umwegfahrt macht diesen Vorschlag natürlich vollends unsinnig, weil die Nassestraße jetzt Richtung Bahn von Radfahrern bei entgegenkommenden Autos nicht mehr nutzbar ist. Am Ende werden die Autofahrer ohne den Umweg geradeaus die Kaiserstraße befahren, und wir haben dann "OB & Einzelhandel pur", gegen jegliche Vernunft!

  • 2 Markus Keienburg 29.08.2019, 19:24 Uhr

    Wir in Bonn sind von unserer Politik einigen Schwachsinn gewohnt. Aber diese Maßnahme ist wohl neben der Planung für den Hermann-Wandersleb-Ring/ Endenicher Str. ein neuer Höhepunkt von Inkompetenz.

  • 1 Atze 29.08.2019, 10:51 Uhr

    Auch in OWL gibt es Probleme im Straßenverkehr zwischen PKW, Fahrrädern und den normalen Passanten. Die Schwierigkeiten in Bonn sind doch nahezu überall in den größeren Städten in NRW zu beobachten, weshalb legt der WDR nur den Focus auf Bonn?

    Antworten (1)
    • Peter Wackel 29.08.2019, 15:14 Uhr

      Vielleicht weil es eine aktuelle Nachricht aus der Loaklzeit Bonn ist und nicht OWL?Wo ist das Problem?