Ermittlungsverfahren nach Explosion im Chempark Leverkusen

Löscharbeiten im Chempark am 27. Juli 2021.

Ermittlungsverfahren nach Explosion im Chempark Leverkusen

Nach der schweren Explosion im Leverkusener Chempark am 27. Juli ist ein Ermittlungsverfahren gegen drei Beschäftigte eingeleitet worden.

Es gehe um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, teilte die Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag mit.

Zudem seien am Dienstag die Wohnungen der drei Beschuldigten und eines weiteren Mitarbeiters durchsucht worden. Auch die Geschäfts- und Betriebsräume des zuständigen Unternehmens Currenta seien aufgesucht worden. Currenta habe die von den Ermittlungsbehörden benötigten Unterlagen freiwillig herausgegeben, so die Staatsanwaltschaft. Die Polizei habe Datenträger, Mobiltelefone und schriftliche Unterlagen sichergestellt und werte diese jetzt aus.

Ermittlungen nach Explosion im Chempark Leverkusen: Currenta äußert sich

Currenta gab am Dienstag bekannt, man habe "großes Interesse daran, dass die Ursachen des tragischen Explosionsunglücks vom 27. Juli 2021 vollumfänglich aufgeklärt werden".

Geschäftsführer Wolfgang Homey betonte: "Bis zum Abschluss des Verfahrens darf es zu keiner Vorverurteilung unserer Kolleg*innen kommen." Es gelte die Unschuldsvermutung.

Explosion im Chempark Leverkusen: Beschuldigte sollen Sorgfaltspflichten verletzt haben

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, bei der Lagerung und Behandlung von Chemieabfall ihre Sorgfaltspflichten verletzt zu haben. Sie sollen den in einem Tank gelagerten Abfall über der zulässigen Temperatur gelagert haben. Dabei sollen laut eines Sachverständigen sogenannte Selbsterwärmungseffekte entstanden sein.

Die führten laut des Experten dazu, dass Druck und Temperatur im Tank exponentiell anstiegen und der Tank schließlich explodierte.

Explosion im Chempark Leverkusen forderte sieben Tote

Durch die Explosion traten wiederum restliche Abfallflüssigkeiten aus dem Tank aus. Diese Flüssigkeiten sollen sich dann mit Luft und Heizöl – das eigentlich zur Kühlung und Spülung in den Tank geleitet wurde – vermischt und den Brand ausgelöst haben.

Bei dem Unglück waren sieben Menschen ums Leben gekommen. 31 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Stand: 19.10.2021, 14:18

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