Aktivistin Carola Rackete besucht Tagebau Garzweiler

Aktivistin Carola Rackete am Tagebau Garzweiler

Aktivistin Carola Rackete besucht Tagebau Garzweiler

  • Aktivistin Carola Rackete besucht Tagebau Garzweiler
  • Ehemalige Seenotretterin kam auf Einladung einer Bürgerinitiative
  • Bürger fordern Erhalt ihrer Dörfer

Die ehemalige Seenotretterin und Klimaaktivistin Carola Rackete hat am Sonntag (10.11.2019) am Braunkohletagebau Garzweiler für den Erhalt von Tagebaudörfern und gegen Braunkohle demonstriert. Sie kam zu einem Dorfspaziergang der Bürgerinitiative "Alle Dörfer bleiben" durch den Umsiedlungsort Keyenberg. Das Dorf soll für den Tagebau abgebaggert werden, die Bewohner sollen wegziehen.

Migration als Folge des Klimawandels

Aktivistin Carola Rackete am Tagebau Garzweiler

Spaziergang am Tagebau

Die Braunkohleverstromung trage zum Klimawandel bei und damit zu Fluchtursachen wie Dürre, Überschwemmungen und Wirbelstürmen, sagte Rackete. Auswirkungen des Klimawandels vernichteten schon jetzt die Lebensgrundlage vieler Menschen. Allein im Oktober seien in Afrika Hunderttausende nach Überschwemmungen auf der Flucht gewesen.

Das Engagement der Menschen im Rheinland gegen den Energiekonzern RWE nannte die Klimaaktivistin "mutig und bewundernswert". Sie stehe solidarisch an der Seite der Menschen, die von Zwangsumsiedlung betroffen seien.

Als Kapitänin des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" war die Niedersächsin Ende Juni mit Dutzenden Migranten an Bord ohne Erlaubnis der Regierung in Rom in italienische Gewässer und in den Hafen von Lampedusa gefahren. Sie wurde daraufhin vorübergehend festgenommen.

Besuch im Hambacher Forst

Am Samstag hatte sie noch einmal den Hambacher Forst besucht. Dort hatte sie vor einem Jahr gegen die Räumung des Waldes und den Braunkohletagebau protestiert und zwei Wochen im Baumhaus gewohnt, bis die Polizei sie aus dem Wald trug.

"Die Klimakrise wirkt sich ganz massiv auf die Menschenrechte aus", so die 31-Jährige gegenüber dem WDR. Man spreche schon von "Klima-Apartheid". Die Klimakrise treffe immer zuerst die Leute, die am ärmsten sind.

Stand: 10.11.2019, 16:11