Pflegekraft in Düsseldorf droht Abschiebung

Pflegekraft in Düsseldorf droht Abschiebung

  • Gesundheitsminister Spahn will Pflegekräfte aus Albanien rekrutieren
  • Trotzdem soll gut integrierte Auszubildende abgeschoben werden
  • Caritas Düsseldorf startet Online-Petition

Zur Diskussion über die drohende Abschiebung.

Der Fachkräftemangel im Bereich Pflege ist akut, deswegen sollen nun auch Pflegekräfte aus Albanien nach Deutschland rekrutiert werden. So zumindest will es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Nicht nur deswegen ruft die Entscheidung der Behörden, eine junge Pflegekraft aus Albanien in ihre Heimat abzuschieben, bei ihrem Arbeitgeber der Caritas Düsseldorf Empörung hervor.

Besondere Situation des Bruders

Rolanda Lamnica lernt Deutsch, ist gut integriert und macht seit April 2018 eine Ausbildung zur Altenpflegerin in Düsseldorf. Mit diesen Worten beschreibt die Caritas Düsseldorf die 28-Jährige, die in Deutschland nur noch geduldet wird.

Hinzu kommt, dass Rolanda Lamnica ihren Bruder versorgt. Er hat eine Behinderung und sei der eigentliche Grund gewesen, aus dem die junge Frau ihren Beruf als Hebamme aufgegeben habe und nach Deutschland gekommen sei. In Albanien werden Menschen mit Behinderung immer noch stigmatisiert.

Grund für die Abschiebung: versäumte Frist

Nun aber soll die Frau abgeschoben werden. Die Begründung der für die Entscheidung verantwortlichen Kommunalen Ausländerbehörde in Düsseldorf lautet: Sie habe eine Frist versäumt. Zudem gelte das Heimatland als sicher.

Rainer Schlaghecken von der Caritas Düsseldorf sagte am Mittwoch (18.07.2018) der Lokalzeit Düsseldorf, die Situation von Rolanda Lamnica stimme den Verband traurig. Die Caritas hat nun eine Online-Petition gestartet, in der Hoffnung die Abschiebung zu verhindern.

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 19.07.2018, 07:41

Kommentare zum Thema

15 Kommentare

  • 15 Colonia 20.07.2018, 10:22 Uhr

    Es mutet ziemlich verkehrt an, wenn einerseits Fachkräfte im sozialen Bereich = Pflege, "händeringend" gesucht und nicht gefunden werden. Und sich dann eine junge Frau (in dem Fall aus Rumänien) um eine entsprechende Ausbildung bemüht. Andererseits aber heftig diskutiert wird, ob ein als sogenannter Gefährder eingestufter "Flüchtling", der mehrfach als Straftäter unterwegs war, aus Gründen, die nur bedingt nachvollziehbar sind, wieder nach Deutschland zurückgeholt werden soll. Oder ist die junge Frau hier auch schon strafrechtlich in Erscheinung getreten? Vielleicht sogar aufgrund der Fristversäumnis? Um welche Frist es hier ging, geht aus dem Bericht leider nicht hervor! Das zuständige Amt sollte das aber offenlegen. Irgendetwas stimmt bei uns nicht mehr! Diejenigen, die so vehement die Rückholung des freundlichen Herrn Sami fordern, sind im Falle des Falles die ersten, die sich aufregen, wenn's dann schief geht und der Mann weitere und evt. sogar noch schlimmere Straftaten begeht!

  • 14 Powa 19.07.2018, 16:49 Uhr

    Es gibt nun mal Gesetze und deren Fristen die für alle gelten.

    Antworten (1)
    • JR 20.07.2018, 10:00 Uhr

      Gesetze sind Regeln, aber es gibt keine Regel ohne Ausnahme. §1 des GG ist eine andere Regel, die über allem steht. Menschenwürde ist wichtiger als die Einhaltung dieser Gesetze und Fristen. Diese Beamten sind offenbar keine Menschen, sonst würden sie die Menschenwürde beachten. Ich bin seit 23 Jahren mit einer Albanerin verheiratet. Es war die beste Entscheidung meines Lebens.

  • 12 Link zur Petition 19.07.2018, 15:17 Uhr

    https://www.openpetition.de/petition/online/wir-brauchen-die-helfenden-haende-von-rolanda-lamnica

  • 11 Commander 19.07.2018, 15:14 Uhr

    Der Regierung ist der Leibwächter von bin Laden wichtiger und wundert sich über AfD-Wähler. Fällt mir nichts mehr zu ein. Es gab einen Fall in Duisburg, bei dem auch eine vollintegrierte Familie abgeschoben wurde, aufgrund des Protestes wurde die Rückkehr ermöglicht. Ich drücke Rolanda die Daumen :-)

  • 10 Rheinländer 19.07.2018, 15:06 Uhr

    In Deutschland läuft einiges schief: Hilfskräfte raus, obwohl dringend benötigt und Islamisten/Gefährder will man ums Verrecken mit Steuergeldern zurück holen. Ich habe schon ein Schleudertrauma vom ständigen Kopfschütteln.

  • 9 Michael Hube 19.07.2018, 14:49 Uhr

    Diese „Handlungsweise“ konterkariert die vermeintlichen politischen Bemühungen (Pflege-Sofortprogramm) dem Pflegekräftemangel entgegen zu wirken. Hemmnis hierbei sind auch die Deutschen Botschaften (z.B. Sarajewo), die nicht in der Lage sind auf Grund unzureichender Personal-Ressourcen die Anträge auf Einreise & Arbeitsaufnahme zeitnah zu bearbeiten (siehe hierzu die Anfrage der GRÜNEN im Bundestag vom 10.2.2017 – Drucksache 18/11124 / Deutscher Bundestag). Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um ein „SOFORTPROGRAMM“ überhaupt zu realisieren.

  • 8 armes Deutschland 19.07.2018, 14:19 Uhr

    armes Deutschland . . . ., sich hinter Vorschriften zu verschanzen ist ja so einfach. Dabei werden Pflegekräfte dringend benötigt! Dies scheint selbst beim Minister angekommen zu sein, denn jetzt sollen Pflegekräfte angeworben werden. wo bleibt die Wertschätzung des Menschen?

  • 7 Marion 19.07.2018, 14:04 Uhr

    Wo ist der Link zum unterschreiben der Online-Petition?

  • 6 JoeNeHa 19.07.2018, 13:45 Uhr

    Vor einigen Tagen macht die Kanzlerin bei ihrem PR-Auftritt in einem Paderborne Pflegeheim noch große Versprechungen und jetzt liest man diesen Drist. Da fehlen mir echt die Worte. Diese Frau zeigt ihre Anerkennung für ihre Aufnahme in Deutschland indem sie etwas für die Gesellschaft leistet und eine Ausbildung macht um aktiv etwas gegen den Pflegenotstand zu machen und soll abgeschoben werden, weil eine Frist nicht eingehalten wurde.... Hallo? Ja, es gibt Regeln und ja, an die muss man sich halten. Aber in der Realation gesehen, wird hier übertrieben reagiert. Als Leibwächter eines weltweit gefürchteten Terroristenführer ist man weniger hart in der Vorgehensweise. Wo leben wir eigentlich mittlerweile?

  • 5 WM 19.07.2018, 13:28 Uhr

    Der Amtsschimmel wiehert.....!

  • 4 Thorsten 19.07.2018, 12:47 Uhr

    Wenn man mal einen Kerl wie einen Baum bräuchte ist nicht einmal ein Spahn zu sehen.

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