BVG-Urteil: Stromtrasse durch Hürth rechtswidrig

Erdkabel Hürth

BVG-Urteil: Stromtrasse durch Hürth rechtswidrig

Von Stephan Pesch

Anwohner aus Hürth haben vor dem Bundesverwaltungsgericht einen Erfolg erzielt: Der Ausbau einer Stromtrasse mitten durch ihr Wohngebiet muss gestoppt werden.

Zusammen mit den Stadtwerken Hürth hatten Anwohner vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geklagt, weil sie sich um ihre Gesundheit sorgen. Das oberste Verwaltungsgericht folgte am Mittwoch (14.03.2018) ihren Bedenken. Nach Einschätzung des BVG hat es die zuständige Bezirksregierung Köln versäumt, eine alternative Trasse für die Stromleitung ausreichend zu prüfen. Ob der Netzbetreiber Amprion von vorne anfangen muss, ist noch unklar. Die Kölner Bezirksregierung geht nicht davon aus, man wolle aber erst die Urteilsbegründung abwarten.

Windenergie von der Nordseeküste

Damit mehr Windstrom von der Nordseeküste in den Süden fließen kann, wird zurzeit auch im Rheinland eine bereits bestehende Hochspannungstrasse ausgebaut. Die Freileitung durchquert den Rhein-Erft-Kreis und verbindet die Gemeinde Rommerskirchen im Rhein-Kreis-Neuss mit dem Bornheimer Stadtteil Sechtem.

Strommast vor Sonnenuntergang

Gegen die geplante Freileitung gibt es Proteste und eine Klage

Der Netzbetreiber Amprion hat bereits mit den Arbeiten begonnen. Insgesamt werden über 200 kleinere Strommasten abgebaut und durch rund 100 große Träger ersetzt. Dazu sollen auch auf dem Stadtgebiet von Hürth über 80 Meter hohe Stahlmasten montiert werden, die mehr Stromleitungen tragen können.

Widerstand aus Hürth gegen "Monstermasten"

Im Hürther Stadtteil Efferen sollte die Hochspannungstrasse auf einer Länge von rund zwei Kilometern durch ein Wohngebiet führen. Hier lässt Amprion bereits die Fundamente fertigen. Seit 2012 bereits kämpft eine Bürgerinitiative für ein Erdkabel und gegen die aus ihrer Sicht geplanten "Monstermasten" - bislang aber vergeblich. Weder eine Unterschriftenkampagne, noch eine Resolution des Hürther Stadtrats brachten Erfolg. Im vergangenen Jahr genehmigte die für den Ausbau zuständige Bezirksregierung Köln die Pläne des Netzbetreibers Amprion für eine Freileitung. Jetzt gibt´s Rückenwind aus Leipzig für die Trassengegner.

Stand: 14.03.2018, 13:25

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