Busfahrer in Aachen wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Zu sehen ist das Ghostbicycle am Hansemannplatz in Aachen.

Busfahrer in Aachen wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

  • Radfahrerin übersehen und mit Bus überrollt
  • Verkehrsführung am Hansemannplatz gefährlich
  • Busfahrer hatte nur eingeschränkten Rundumblick

Das Amtsgericht in Aachen hat einen Linienbusfahrer wegen fahrlässiger Tötung am Dienstag (27.11.2018) zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Mann hatte im April 2017 am Aachener Hansemannplatz eine Radfahrerin beim Abbiegen übersehen und mit dem Bus überrollt.

Im Prozess waren sich alle einig: Die Verkehrsführung dort ist gefährlich, und der Busfahrer hatte nur einen eingeschränkten Rundumblick. Zudem verfügte der Bus nicht über ein System, das automatisch vor Passanten oder Fahrzeugen im "Toten Winkel" warnt.

Aber gerade deshalb hätte der Angeklagte besonders vorsichtig abbiegen müssen, im Schritttempo und jederzeit bremsbereit – sagte der Richter. Das habe der Busfahrer nicht gemacht. Dennoch muss er die Geldstrafe nur bei einem neuen Delikt bezahlen.

Die 29 Jahre alte Radfahrerin, die auf dem Fahrradstreifen starb, treffe keine Schuld.

Stand: 27.11.2018, 13:09