Shitstorm über Bundeswehr-Werbung zur Gamescom

Bundeswehrplakat anlässlich Gamescom

Shitstorm über Bundeswehr-Werbung zur Gamescom

  • Nachwuchs-Suche mit provokativen Slogans
  • Vorwurf: Krieg mit Computerspiel verglichen
  • Große Aufregung darüber nicht nur im Internet

Die Gamescom ist in vollem Gange. Zigtausende Gamer pilgern täglich in die Messehallen in Köln-Deutz. Für die Computerspiele-Industrie der beste Markt und der beste Platz für Werbung in eigener Sache. Die Branche feiert sich selbst. Doch ein Aussteller erntet jede Menge Kritik - die Bundeswehr. Die versucht offenbar mit provokativen Plakaten rund um die Gamer-Messe ihre Nachwuchsprobleme zu lösen. Und trifft dabei - so sehen es viele Kritiker - nicht den richtigen Ton.

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Große Aufregung im Netz

Bundeswehrplakate anlässlich Gamescom (Twitter)

Umstrittener Bundeswehr-Slogan: "Mehr Open World geht nicht"

"Multiplayer at its best!" und "Mehr Open World geht nicht!" steht beispielsweise auf zwei Plakaten geschrieben. Bebildert mit Soldaten im Einsatz. Vor allem im Netz hagelt es Kritik. Die User finden, die Bundeswehr stelle brutalen Krieg auf eine Stufe mit einem eigentlich harmlosen Computerspiel.

Liest man das Kleingedruckte am unteren Ende der Plakate, findet man eine Erklärung der Bundeswehr. "Multiplayer" entspreche demnach der Kameradschaft bei der Bundeswehr. "Open World" stehe für Freiheit und Sicherheit auf der ganzen Welt. So wirbt die Bundeswehr also um Nachwuchs.

Bundeswehr verteidigt Auftritt

Panzer auf Messestand der Bundeswehr

Einen realen Panzer zeigt die Bundeswehr auf der Gamescom

Die Bundeswehr hat ihren Werbe-Auftritt verteidigt. "So wie andere Arbeitgeber auch wollen wir dort mit IT-affinen jungen Menschen ins Gespräch kommen und ihnen die beruflichen Chancen bei der Bundeswehr nahebringen", sagte ein Sprecher der Bundeswehr in Köln dazu am Donnerstag (23.08.2018).

Der Messeauftritt wird mit einer Plakatierung im Stadtgebiet begleitet. Die Kernfrage, die dabei gestellt werde, laute: "Krieg spielen oder für den Frieden kämpfen?", sagte der Sprecher. Damit sollten junge Erwachsene im Umfeld der Gamescom zum Nachdenken gebracht werden, wofür sie ihre Zeit und ihre Zukunft einsetzen wollten. Die Kampagne bediene sich der Signale einer Spiele-Werbung und stelle dann die Sinnfrage: "Echte Kameradschaft statt Single-Player Modus?"

Stand: 23.08.2018, 14:07

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