Bundeswehr-Kampagne ärgert Kölner Ford-Mitarbeiter

Budeswehr Karriere Fort

Bundeswehr-Kampagne ärgert Kölner Ford-Mitarbeiter

Von Ulrich Schröder

  • "Job Fort?" Bundeswehr wirbt Mitarbeiter an
  • Unternehmen wollte Kampagne verhindern
  • Gespräche mit Bund sollen abgebrochen werden

Viele Mitarbeiter beim Kölner Autobauer Ford trauten ihren Augen nicht: Da sucht die Bundeswehr per Zeitungsanzeige und auf Werbetafeln Nachwuchs. Und nutzt dazu den weltbekannten Schriftzug von Ford mit den geschwungenen Buchstaben.

Dass Ford nicht mit "d", sondern mit "t" geschrieben steht, täuscht nicht darüber hinweg, dass hier der Kölner Autobauer gemeint ist. Und da wird es für die Belegschaft problematisch. Denn ihr Arbeitgeber hat gerade angekündigt, tausende Stellen streichen zu wollen. In Saarlouis und vor allem in Köln.

Empörung bei Geschäftsleitung und Betriebsrat

Angesichts der tausenden Ford-Mitarbeiter, die derzeit um ihren Job bangen, sei dies respektlos und stillos, sagt der Betriebsratsvorsitzende Martin Hennig. Ins gleiche Horn stößt Arbeitsdirektor Rainer Ludwig.

Stellenabbau bei Ford: Autobauer in der Krise?

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 26.03.2019 04:13 Min. Verfügbar bis 25.03.2020 WDR 5

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Rainer Ludwig

Rainer Ludwig, Arbeitsdirektor bei Ford in Köln

Eine seltene Einigkeit angesichts der laufenden Abfindungsgespräche, die mehr als 5.000 Mitarbeiter in Deutschland den Job kosten sollen. Aber auf diese Weise die Mitarbeiter weiter zu verunsichern, sei eine Frechheit.

Bundeswehr verteidigt Kampagne

Die Bundeswehr kann die Kritik nicht nachvollziehen. Eine Sprecherin sagte, kein Mitarbeiter solle beleidigt werden. Aber man wolle auf eine humorvolle Weise den Ford-Mitarbeitern eine Alternative zeigen. Auch bei VW werde mit dem Slogan „Ein Job fürs Volk wagen“ um wechselwillige Arbeitnehmer vor allem für den technischen Bereich geworben.

LIVE Betriebsversammlung bei Ford 02:16 Min. Verfügbar bis 30.12.2099

Kampagnen LKW mit der Aufschrift "Job Fort?"

Der Werbe-Lkw wurde nahe der Kölner Ford-Werke gesichtet

Ein Humor, der in den Ford-Werken gar nicht gut ankommt. Die ersten Gespräche, die man mit der Bundeswehr über eventuelle Arbeitsmöglichkeiten für Ford-Kollegen geführt habe, sollen nun auch die letzten bleiben, fordert der Betriebsratsvorsitzende Martin Hennig.

Stand: 04.04.2019, 15:30