Die Bundestagswahl im Bergischen Land

Am 26. September wurde gewählt. Inzwischen ist klar, wer die bergischen Interessen künftig im neuen Bundestag vertreten wird, wer bleibt - und wer seinen Platz räumen muss. Das Bergische wird in Zukunft in Berlin von 15 Politikern und Politikerinnen vertreten. Die Wahl und Ergebnisse im Bergischen im Überblick.

Im Bergischen gibt es insgesamt sechs Wahlkreise: Mettmann I, Mettmann II, Wuppertal I, Solingen-Remscheid-Wuppertal II, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis. Neben den sechs direkt Gewählten ziehen zudem neun weitere Abgeordnete über die Landeslisten ihrer Partei ins Parlament. Insgesamt wird das Bergische in Berlin also von 15 Politikern und Politikerinnen vertreten und damit vier mehr als bisher.

Der Überblick über die Verteilung der Zweitstimmen in allen 396 Gemeinden in NRW ist auf der Karte verzeichnet. In den 15 größten Städten - darunter auch Wuppertal - sind die Wahlergebnisse zudem auch für die einzelnen Stadtbezirke einsehbar.

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Wahlkreis 99: Oberbergischer Kreis

Der Wahlkreis 99 erstreckt sich von Radevormwald und Hückeswagen im Norden über Wipperfürth und die Kreisstadt Gummersbach bis nach Waldbröl und Morsbach im Süden.

Carsten Brodesser, CDU, gewann das Direktmandat für den Wahlkreis 99 | Bildquelle: WDR/privat

Das Ringen um das Direktmandat für den Wahlkreis 99 hat Dr. Carsten Brodesser (CDU) eindeutig für sich entschieden: Er konnte 33,9 Prozent aller Erststimmen auf sich vereinigen; seine Gegenkandidatin Michaela Engelmeiner, SPD, holte 26,8 Prozent der Erststimmen. Sie hofft jetzt, über die Landesliste ihrer Partei in den Bundestag zu kommen. Auch Sabine Grützmacher von den Grünen - bei 12 Prozent - könnte noch über die Landesliste in den Bundestag einziehen.

Im Wahlkreis 99 lag die Wahlbeteiligung bei 77,5%.

Wahlkreis 100: Rheinisch-Bergischer Kreis

Der Rheinisch-Bergische Wahlkreis 100 reicht von Wermelskirchen und Burscheid im Norden über Leichlingen bis Overath und Rösrath im Süden.

Dr. Hermann-Josef Tebroke, CDU, gewinnt den Wahlkreis 100 | Bildquelle: WDR/privat

CDU-Mann Dr. Hermann-Josef Tebroke konnte mit 30 Prozent das Direktmandat erneut für sich gewinnen. Der SPD-Kandidat Kastriot Krasniqi kam mit 22,7 Prozent auf Platz 2.
Maik Außendorf von den Grünen holte 18% der Erststimmen. Prominentester Kandidat im Wahlkreis 100 ist FDP-Chef Christian Lindner, der aus Wermelskirchen kommt. Er kommt mit 16,8 Prozent der Erststimmen auf Platz 4.

Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis 100 bei 81,5%.

Wahlkreis 102: Wuppertal

Zum Wahlkreis 102 gehört die Stadt Wuppertal, ohne die Stadtteile Ronsdorf und Cronenberg.

Helge Lindh, SPD, zieht wieder für den Wahlkreis 102 nach Berlin | Bildquelle: WDR/privat

In der traditionellen SPD-Hochburg hatte SPD-Direktkandidat Helge Lindh eindeutig die Nase vorne: Er hat 37,3 Prozent aller Erststimmen geholt und zieht damit erneut in den Bundestag ein. Seine Gegenkandidatin Caroline Lünenschloss, CDU, konnte nur 22 Prozent aller Wähler:innen für sich gewinnen.

Im Wahlkreis 102 lag die Wahlbeteiligung bei 72,5%.

Wahlkreis 103: Remscheid, Solingen, Wuppertal II

Der zentralbergische Wahlkreis 103 umfasst die Städte Solingen und Remscheid sowie die Wuppertaler Stadtteile Ronsdorf und Cronenberg.

Ingo Schäfer, SPD, Gewinner im Wahlkreis 103 | Bildquelle: WDR/privat

Im Wahlkreis 103 gibt es einen Wechsel beim Direktmandat. Der SPD-Kandidat Ingo Schäfer holte 32,6 Prozent aller Stimmen, und liegt damit fünf Prozentpunkte vor Jürgen Hardt, CDU. Damit hat sich Schäfer einen Sitz im Bundestag gesichert. Jürgen Hardt, der drei Legislaturperioden lang für den Wahlkreis im Bundestag saß und außenpolitischer Sprecher seiner Partei war, wird wohl auch nicht über die Landesliste in den Bundestag einziehen.

Die Wahlbeteiligung lag Im Wahlkreis 103 bei 74,3%.

Wahlkreis 104: Mettmann I

Haan, Hilden, Erkrath, Monheim und Langenfeld - der Wahlkreis 104 erstreckt sich gleich über fünf Städte.

Klaus Wiener, CDU, gewinnt den Wahlkreis 104 | Bildquelle: WDR/Linde

Hier hat nach Auszählung aller Stimmen Dr. Klaus Wiener (CDU) das Direktmandat für sich geholt: Der CDU-Mann liegt mit 30 Prozent der Stimmen vor SPD-Kandidat Christian Steinacker, der 24,9 % der Erststimmen bekam.

Im Wahlkreis 104 lag die Wahlbeteiligung bei 78,6%.

Wahlkreis 105: Mettmann II

Mettmann II, das sind Heiligenhaus, Ratingen, Wülfrath und Velbert.

Peter Beyer, CDU, holte das Direktmandat für den Wahlkreis 105 | Bildquelle: WDR / Linde

Der Wahlkreis Mettmann II war lange Zeit umkämpft. Peter Beyer von der CDU und Kerstin Griese, SPD, lagen lange gleich auf. Um 21.40 Uhr waren alle Stimmen ausgezählt. Das Ergebnis: Peter Beyer konnte 31,3 Prozent aller Erststimmen auf sich vereinigen, Kerstin Griese unterlag knapp mit 30,7 Prozent. Ihr fehlten 782 Stimmen. Dennoch wird sie in den Bundestag einziehen: Sie ist durch die Landesliste, Listenplatz 4, abgesichert.

Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis 105 bei 77,3 Prozent.

Neun Abgeordnete ziehen über Landeslisten ein

Neben den sechs direkt gewählten Politikern gibt es noch neun weitere, die über die Landesliste in den Bundestag einziehen.

Grüne:

  • Maik Außendorf (Rheinisch-Bergischer Kreis)
  • Sabine Grützmachen (Oberbergischer Kreis)
  • Anja Liebert (Wuppertal)
  • Ophelia Nick (Mettmann)

FDP:

  • Christian Lindner (Rheinisch-Bergischer Kreis)
  • Manfred Todtenhausen (Wuppertal)

AfD:

  • Martin Renner (Mettmann)
  • Harald Weyel (Rheinisch-Bergischer Kreis)

SPD:

  • Kerstin Griese (Mettmann)

Urnengang mit Hindernissen

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Wuppertal-Heckinghausen waren die Bewohner am Vormittag des Wahlsonntags zunächst aufgerufen worden, vorerst nicht zur Wahl zu gehen. Im Radius von 500 Metern um den Bombenfund lagen gleich fünf Wahllokale. Die Anwohner wurden aufgerufen, bis zur Entschärfung der Bombe zu bleiben. Am Mittag war die Bombe entschärft - die Wähler in Heckinghausen konnten zu den Urnen.

Viele Briefwähler

Im gesamten Bergischen Land meldeten die Wahlleiter einen außerodentlich hohen Anteil von Briefwählern. Auch diese Stimmen durften am Wahltag erst ab 18 Uhr gezählt werden. Im Konzerthaus Solingen etwa werteten 180 Wahlhelfer die Wahlzettel von über 37.000 Briefwählern aus.

Wahlpanne in Wuppertal

Im Wuppertaler Stimmbezirk 187 seien Stimmzettel des benachbarten Wahlkreises mit den falschen Direktkandidaten ausgegeben worden, sagte Wahlleiter Johannes Slawig. Es handele sich um 203 von 433 Stimmzetteln, bei denen die Erststimmen bereits für ungültig erklärt worden seien. In einem weiteren Stimmbezirk seien es sechs Stimmzettel gewesen. Die Ursache sei unklar. Unglücklicherweise sei der Fehler bei der Ausgabe der Stimmzettel im Wahllokal nicht aufgefallen, sondern erst später. Da der Abstand zwischen den Spitzenkandidaten aber groß genug genug war, muss in dem Stimmbezirk nicht nachgewählt werden.

Die Wahlergebnisse im Einzelnen:

Das Bergische vor der Wahl - noch einmal zum Nachsehen:

Zu jedem der sechs Wahlkreise im Bergischen gab es Wahlchecks, die in den Wochen vor der Bundestagswahl veröffentlicht wurden. In jedem von ihnen kamen jeweils vier Kandidat:innen der sechs im Bundestag vertretenen Parteien zu Wort.

Die Bundestagswahl-Checks