Analyse: So wählte das Bergische Land

Bundestagswahl Kompakt Lokalzeit Bergisches Land 27.09.2021 04:01 Min. Verfügbar bis 27.09.2022 WDR

Analyse: So wählte das Bergische Land

Wie wählte das Bergische? Hier sind die vorläufigen amtlichen Endergebnisse der Bundestagswahl 2021 für das Bergische: Erststimmen, Zweitstimmen, Gewinne und Verluste - und erste Analysen.

Am Tag nach der Wahl ist zwar noch unbekannt, wer in Berlin regieren wird - aber die Stimmzettel sind ausgewählt. Hier im Überblick die Sieger des Wahlabends, die Prozentzahlen bei den Zweitstimmen und die Gewinn- und Verlustrechnungen der einzelnen Parteien in den Wahlkreisen.

Die Wahlergebnisse im Überblick

Wie wählte das Bergische? Hier sind die vorläufigen amtlichen Endergebnisse der Bundestagswahl 2021 für das Bergische: Erststimmen, Zweitstimmen, Gewinne und Verluste

Die Wahlergebnisse im Oberbergischen Kreis im Überblick

Oberbergischer Kreis - Wahlkreis 99
Das Ringen um das Direktmandat für den Wahlkreis 99 hat Dr. Carsten Brodesser (CDU) eindeutig für sich entschieden: Er konnte 33,9 Prozent aller Erststimmen auf sich vereinigen; seine Gegenkandidatin Michaela Engelmeiner, SPD, holte 26,8 Prozent der Erststimmen.

Oberbergischer Kreis - Wahlkreis 99
Das Ringen um das Direktmandat für den Wahlkreis 99 hat Dr. Carsten Brodesser (CDU) eindeutig für sich entschieden: Er konnte 33,9 Prozent aller Erststimmen auf sich vereinigen; seine Gegenkandidatin Michaela Engelmeiner, SPD, holte 26,8 Prozent der Erststimmen.

Auch bei den Zweitstimmen hat die CDU im Wahlkreis 99 die Nase vorne - wenn auch nur knapp: Sie holte 27,7 Prozent der Stimmen; die SPD einen Prozentpunkt weniger.

De facto hat die CDU im Oberbergischen Kreis aber kräftig verloren: 8,7 Prozentpunkte im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Zugelegt haben dagegen die SPD (+4,1 Prozentpunkte) und die Grünen (+6,1 Prozentpunkte).

Rheinisch-Bergischer Kreis - Wahlkreis 100
CDU-Mann Dr. Hermann-Josef Tebroke konnte mit 30 Prozent das Direktmandat erneut für sich gewinnen. Der SPD-Kandidat Kastriot Krasniqi kam mit 22,7 Prozent auf Platz 2.

Bei den Zweitstimmen konnte die CDU nicht ganz so viele Stimmen holen: 27,4 Prozent. Die SPD kommt auf 25,2 Prozent. Einen großen Erfolg konnten die Grünen verzeichnen: Sie holten sich 18,4 Prozent der Zweitstimmen.

Damit konnten die Grünen ihr Wahlergebnis von 2017 mehr als verdoppeln. Die CDU dagegen büßte 8,2 Prozentpunkte ein.

Wuppertal I - Wahlkreis 102
In der traditionellen SPD-Hochburg hatte SPD-Kandidat Helge Lindh eindeutig die Nase vorne: Er hat 37,3 Prozent aller Erststimmen geholt und zieht damit erneut in den Bundestag ein. Seine Gegenkandidatin Caroline Lünenschloss, CDU, konnte nur 22 Prozent aller Wähler:innen für sich gewinnen.

Bei den Zweitstimmen holte die SPD weit weniger Stimmen als ihr Direktkandidat: 29,2 Prozent. 21 Prozent holte die CDU. Deutlich zugelegt haben die Grünen: Sie kommen auf 17,5 Prozent.

Damit haben die Grünen 8,9 Prozentpunkte mehr geholt als 2017. Deutliche Verluste dagegen bei anderen etablierten Pateien: Die CDU verlor 5,5 Prozentpunkte, die Linke 5,3 Prozentpunkte.

Remscheid, Solingen, Wuppertal II - Wahlkreis 103
Im Wahlkreis 103 gibt es einen Wechsel beim Direktmandat. Der SPD-Kandidat Ingo Schäfer holte 32,6 Prozent aller Stimmen, und liegt damit fünf Prozentpunkte vor Jürgen Hardt, CDU.

Auch bei den Zweitstimmen schnitt die SPD besser ab: Mit 29,7 Prozent liegt sie deutlich vor der CDU mit 24,3 Prozent der Zweitstimmen. Drittstärkste Partei wurden hier die Grünen mit 15 Prozent.

Die Grünen legten auch im Wahlkreis 103 deutlich zu: Sie konnten ihren Stimmanteil mehr als verdoppeln. Auch die SPD konnte ihr Ergebnis um 4,6 Prozentpunkte verbessern. Wahlverlierer auch hier die CDU: Sie musste 7,3 Prozentpunkte abgeben.

Mettmann I - Wahlkreis 104
Hier hat Dr. Klaus Wiener (CDU) das Direktmandat für sich geholt: Der CDU-Mann liegt mit 30 Prozent der Stimmen deutlich vor SPD-Kandidat Christian Steinacker, der 24,9 % der Erststimmen bekam.

Nicht ganz so deutlich ist die Differenz bei den Zweitstimmen: CDU 27,4 Prozent, SPD 26,8 Prozent. Stark wurden auch hier die Grünen mit 16,1 Prozent.

Die Grünen legten kräftig zu - um 8,7 Prozentpunkte; die SPD konnte im Vergleich zur letzten Bundestagswahl ihr Ergebnis um 3,8 Prozentpunkte verbessern. Kräftig verloren in der Wählergunst hat dagegen die CDU: Sie verlor 6,6 Prozentpunkte.

Mettmann II - Wahlkreis 105
Das Ergebnis war knapp: Peter Beyer, CDU, konnte 31,3 Prozent aller Erststimmen auf sich vereinigen, Kerstin Griese unterlag knapp mit 30,7 Prozent. Ihr fehlten 782 Stimmen. 

Ähnlich knapp - wenn auch mit anderem Vorzeichen - die Differenz bei den Zweitstimmen: Hier liegt die SPD mit 28 Prozent aller Wählerstimmen 0,9 Prozentpunkte vorn der CDU. Die Grünen kommen auf 14,7 Prozent.

Auch im Wahlkreis 105 konnten die Grünen ihr Ergebnis mehr als verdoppeln, während die CDU kräftige Verluste einfuhr: - 5,6 Prozentpunkte.

Heimliche Wahlsieger: die Grünen

Im Bergischen haben die Grünen in allen Wahlkreisen zugelegt. Und das ordentlich – fast überall konnten sie ihr Ergebnis bei den Zweitstimmen im Vergleich zu 2017 verdoppeln. Besonders groß fiel der Zuwachs im Rheinisch-Bergischen Kreis aus. Hier gewann die Partei mehr als neun Prozentpunkte dazu und kommt damit auf den besten Wert in allen Wahlkreisen im Bergischen.


Das schwächste Ergebnis gab es zwar mit 12,6 Prozent im Oberbergischen Kreis, trotzdem ist der Wert fast doppelt so groß wie bei der vergangenen Bundestagswahl.

Wer wählte wie?

Die Daten deuten darauf hin, dass die SPD vor allem dort punkten konnte, wo es eine höhere Arbeitslosigkeit gibt und das durchschnittliche verfügbare Einkommen geringer ist. Das bestätigt sich auch bei uns im Bergischen. Die Sozialdemokraten konnten in den Städten Wuppertal, Solingen und Remscheid Wahlerfolge feiern. Die Arbeitslosenquote ist hier höher als beispielsweise im Oberbergischen Kreis, wo die CDU stärkste Kraft geworden ist.

Das bestätigt auch einen zweiten Trend: Die CDU wurde eher im ländlichen Raum gewählt. Überraschend ist hingegen das starke Abschneiden der Grünen im Rheinisch-Bergischen-Kreis – denn im bundesweiten Vergleich hat sich gezeigt, dass die Grünen eigentlich in den dicht besiedelten Städten bessere Ergebnisse eingefahren haben.

Die FDP konnte ihre besten Ergebnisse dort erzielen, wo das Einkommen der Menschen hoch ist. So haben die Liberalen in den Wahlkreisen Mettmann I und II Spitzenwerte eingefahren. Dort liegen mit Haan und Ratingen besonders einkommensstarke Städte. Allerdings konnte die FDP auch in einigen Bergischen Kommunen punkten, in denen die Menschen ein eher geringeres Einkommen haben. Etwa in Gummersbach oder Bergneustadt.

Stand: 27.09.2021, 17:53