Bundesrechnungshof fordert effizienteren Kampf gegen Umsatzsteuerbetrug

Der Bundesrechnungshof in Bonn.

Bundesrechnungshof fordert effizienteren Kampf gegen Umsatzsteuerbetrug

Durch Umsatzsteuerbetrug kommt es jedes Jahr in Deutschland zu Steuerausfällen in Milliardenhöhe. Der Schaden dürfte im zweistelligen Milliardenbereich liegen, schätzen Fachleute. Deutschland sei bei der Bekämpfung nicht gut aufgestellt, sagte Kay Scheller, der Präsident des Bundesrechnungshofes in Bonn.

In einem Sonderbericht an den Bundestag fordert die Behörde jetzt verschiedene Maßnahmen, um den Umsatzsteuerbetrug besser zu bekämpfen. Veraltete IT-Systeme müssten erneuert werden, zudem brauche es einen automatisierten Datenaustausch der Behörden.

Der Bundesrechnungshof spricht sich außerdem unter anderem dafür aus, dass Unternehmen ihre Warenumsätze elektronisch in Echtzeit melden müssten. So könnten die Finanzämter sofort erkennen, welche Steuern in einer Firma anfallen und ob diese auch bezahlt werden. Länder wie Italien oder Spanien zeigten bereits, dass das möglich sei, heißt es vom Bundesrechnungshof.

Dessen Präsident warf dem Bundesfinanzministerium vor, den Nutzen digitaler Technologien bei der Betrugsbekämpfung einerseits zwar zu kennen, andererseits aber nicht zu handeln. Deutschland laufe deshalb Gefahr, komplett den Anschluss zu verpassen.

Stand: 29.10.2020, 15:37

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