Angehender Bundespolizist verliert durch "Like" den Job

Mit einem "Gefällt mir-Klick" in den sozialen Netzwerken hat sich ein angehender Bundespolizist um seine Beamtenkarriere gebracht.

Der Bewerber hatte bereits eine Einstellungszusage für die Bundespolizei erhalten, als seine Aktivitäten im Internet auffielen. So hatte er zum Beispiel den „Gefällt mir-Button“ unter einer Karikatur angeklickt, die einen Mann zeigt, der sich das Gesäß mit einer Regenbogenfahne abwischt.

Verwaltungsgericht bestätigt Zweifel an Eignung

Außerdem hatte der junge Mann einen Bescheid über ein gegen ihn verhängtes Fahrverbot im Internet veröffentlicht und mit einem «Mittelfinger-Emoji» versehen. Die Bundespolizei nahm die Einstellungszusage daraufhin zurück. Dagegen wehrte sich der Mann vor Gericht.

Die Außenfassade des Justizzentrums in Aachen | Bildquelle: WDR / Fulvio Zanettini

Doch das Verwaltungsgericht Aachen gab der Bundespolizei am Freitag Recht. In der Begründung heißt es: Schon der «Like» unter der Karikatur mit der Regenbogenfahne reiche aus, um Zweifel an seiner charakterlichen Eignung zu wecken.

Neutralität und Toleranz fehle

Der Polizeiberuf sei im besonderen Maße durch den Kontakt mit Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung und sexueller Orientierung geprägt.

Dem Bewerber fehle offenbar die nötige Toleranz und Neutralität für diesen Beruf, so das Aachener Verwaltungsgericht. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt werden.