Stilllegung von Kohlekapazitäten

Dampf steigt aus dem Kühlturm eines Steinkohlekraftwerks.

Stilllegung von Kohlekapazitäten

Von Ditmar Doerner/ Simon Lenartz

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse ihrer 1. Ausschreibung bekannt gegeben. Demnach werden sechs Kraftwerke in NRW bis Mitte 2021 stillgelegt.

Betreiber von Steinkohlekraftwerken und Braunkohle-Kleinanlagen erhalten Prämien, wenn sie ihre Anlagen freiwillig stilllegen. Die Bundesnetzagentur hat jetzt entschieden, welche Kraftwerke bis Mitte kommenden Jahres stillgelegt werden sollen.

Prämien für elf Betreiber

Das Zeichen der Bundesnetzagentur

Elf Gebote von Betreibern habe es gegeben, alle hätten einen Zuschlag erhalten, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Damit tauschen diese Kraftwerke zum neuen Jahr einen Teil ihrer Kohle-Produktion gegen eine Prämie.

Ibbenbüren, Walsum, Hamm und Heyden

Zu den Anlagen gehören unter anderem das Kraftwerk in Duisburg-Walsum, das Heizkraftwerk Jülich, das Kraftwerk Heyden im Kreis Minden-Lübbecke, das Kraftwerk Westfalen in Hamm, das Kraftwerk im münsterländischen Ibbenbüren, aber auch das Kraftwerk der Zuckerfabrik Warburg.

Hoher Wettbewerb drückt Zuschläge

Der hohe Wettbewerb habe die Zuschläge deutlich unter den Höchstpreis von 165 000 Euro pro Megawatt gedrückt, so die Bundesnetzagentur. Insgesamt erhalten alle elf Betreiber zusammen Zuschläge von 317 Millionen Euro - zwischen rund 6000 und 150 000 Euro je abgeschaltetem Megawatt.

216 Millionen Euro gehen allein an Deutschlands größten Stromerzeuger, RWE für die Abschaltung der nordrheinwestfälischen Steinkohle-Kraftwerke im münsterländischen Ibbenbüren und im westfälischen Hamm. Betriebsbedingte Kündigungen der gut 250 Mitarbeiter sind laut RWE an den beiden Standorten aber ausgeschlossen.

Weitere Prämien-Ausschreibungen geplant

Die Prämien sollen einen Anreiz schaffen, die klimaschädlichsten Steinkohlekraftwerke schnell vom Netz zu nehmen, so die Bundesnetzagentur. Bis 2027 sind weitere Prämien-Ausschreibungen geplant.

Stand: 01.12.2020, 11:08