Intendant Rein Wolfs verlässt die Bundeskunsthalle

Rein Wolfs, Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn, steht im Foyer des Museums anlässlich der Michael-Jackson-Ausstellung

Intendant Rein Wolfs verlässt die Bundeskunsthalle

Von Jörg Sauerwein

  • Rein Wolfs verlässt Bundeskunsthalle
  • Intendant brachte den Erfolg ins Bonner Museum zurück
  • Wechsel nach Amsterdam

Die Bundeskunsthalle in Bonn, eines der besucherstärksten deutschen Museen, bekommt bald einen neuen Intendanten. Denn der bisherige Intendant, der Niederländer Rein Wolfs, hat am Freitag (29.11.2019) seinen letzten Arbeitstag. Dann geht er zurück in seine Heimat als neuer Chef des Stedelijk Museums in Amsterdam. Nach sinkenden Besucherzahlen hatte Wolfs wieder den Erfolg in die Bundeskunsthalle gebracht.

Bundeskunsthalle wieder erfolgreich

Ein Finanzskandal, ein Interimsintendant und danach einer, dessen Vertrag vorzeitig aufgelöst wird, die 2000er Jahre sind für die Bonner Bundeskunsthalle eine unruhige Zeit. Dann aber kommt im März 2013 der Niederländer Rein Wolfs als neuer Intendant an den Rhein. In knapp sieben Jahren präsentiert er rund 70 ganz unterschiedliche und erfolgreiche Ausstellungen und sorgt damit auch für wieder steigende Besucherzahlen.

Und trotz dieses Erfolgs geht er? "Nicht weil ich weg möchte hier aus der Bundeskunsthalle. Aber es gibt eine Chance, zu der ich auch kein Nein sagen kann," sagt Wolfs.

Intendant Rein Wolfs verabschiedet sich von der Bundeskunsthalle

Lokalzeit2go - Bonn 29.11.2019 03:45 Min. Verfügbar bis 29.11.2020 WDR Bonn

Wolfs neuer Direktor des Stedelijk Museums

Schon während seines Studiums ist Wolfs begeistert vom Stedelijk Museum in Amsterdam für moderne und Gegenwartskunst. In der dortigen Bibliothek studiert der junge Wolfs nicht nur, sondern hat auch einen Wunsch: Dort Direktor zu werden. Jetzt geht sein Traum in Erfüllung und die Bundeskunsthalle verliert einen herausragenden Ausstellungsmacher, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagt.

Ihr Vorgänger Bernd Neumann ist es, der im Jahr 2013 nach den schwierigen Zeiten in der Bundeskunsthalle große Hoffnungen in den niederländischen Kunsthistoriker und Ausstellungskurator setzt. Aber die Bundeskunsthalle ist kein normales Museum. Schon allein deshalb nicht, weil sie keine eigene Ausstellung hat.

Das aber versteht Rein Wolfs als Herausforderung und Chance zugleich. "Das ist ein Haus, das ungemein viele Möglichkeiten gibt," findet er. Und die nutzt der Niederländer mit seinem Team und sorgt immer wieder mit unkonventionellen Ausstellungen für Schlagzeilen.

Einer der gößten Erfolge wird die Gurlitt-Schau, die sich auch mit dem Kunstraub durch die Nationalsozialisten beschäftigt. Viele Besucher sind gebannt durch den Effekt, den die Kunst auf sie hat.

Alle auf dem gleichen Level

Ein breites und immer wieder neues Publikum mit möglichst vielfältigen Ausstellungen zu erreichen, das ist eines der Ziele von Rein Wolfs. Er selbst glaubt, die Bundeskunsthalle in Bonn sei in seinen sieben Jahren etwas zugänglicher als früher geworden, und er hofft, dass dieser Weg jetzt nicht endet.

Er hat seinen Teil dazu beigetragen. Und immer wieder auch für ein Schmunzeln gesorgt, wenn er die Gäste auf seine eigene niederländische Weise begrüßt, mit den Worten: "Schön sind sie gekommen." Und jetzt verabschiedet er sich mit den Worten: "Wir bleiben uns gewogen. Das ist auch so ein Spruch, der auf Augenhöhe funktioniert, finde ich. Wir sind alle auf dem gleichen Level. Und das finde ich wichtig. Also in dem Sinne: Wir bleiben uns gewogen – davon gehe ich schwer aus."

Stand: 29.11.2019, 09:34

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