Bundeskartellamt stellt Verfahren gegen Sky und DAZN ein

Ein Schild mit der Aufschrift "Bundeskartellamt".

Bundeskartellamt stellt Verfahren gegen Sky und DAZN ein

Von Christian Avital

  • Wettbewerbsverfahren wegen Absprachen zur Champions-League-Saison
  • Bundeskartellamt sah Wettbewerb nicht maßgeblich behindert
  • Absprachen nach Vergabe der Spiele durchaus erlaubt

Das Bundeskartellamt in Bonn hat das Wettbewerbsverfahren gegen den Pay-TV-Sender Sky und den Streaming-Dienst DAZN eingestellt. Beiden war vorgeworfen worden, vor Vergabe der Übertragungsrechte für die Champions-League-Saisons von 2018 bis 2021 Absprachen für den deutschen Markt getroffen zu haben. Am Ende sah das Bundeskartellamt den Wettbewerb dadurch nicht maßgeblich behindert.

Entwicklung der Fußballrechte derzeit ungewiss

Auch wegen der Corona-Krise sei aktuell nicht absehbar, wie sich der Markt mit Fußballrechten entwickelt, sagte der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mundt in Bonn. Die Wirkungen eines kartellrechtlichen Eingriffs wären deshalb derzeit mit besonderen Unsicherheiten behaftet.

Corona und die Folgen für Sky und DAZN

WDR 5 Töne, Texte, Bilder - Interviews 21.03.2020 06:40 Min. Verfügbar bis 21.03.2021 WDR 5


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Sky und DAZN, so der Verdacht, sollen vor Vergabe der Champions League-Übertragungsrechte für die Saisons 2018/19 bis 2020/21 vereinbart haben, die Spiele für den deutschen Markt untereinander aufzuteilen. Sky hatte letztlich alle Rechte erworben und im Anschluss einen Teil der Spiele im Rahmen einer Sublizensierung an den Konkurrenten DAZN abgetreten.

Kooperationen unter bestimmen Umständen erlaubt

Die Folge war, dass kein FreeTV-Sender in Deutschland Spiele der Champions League zeigen konnte. Das Bundeskartellamt betonte, dass Kooperationen zwischen den Sendern nach Vergabe der Spiele unter bestimmten Umständen durchaus erlaubt seien. Im Gegensatz zu Vereinbarungen, die im Vorfeld der Rechtevergaben stattfinden.

Stand: 15.04.2020, 12:19

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