Bundeskartellamt ermittelt gegen Amazon

Ein Mitarbeiter von Amazon arbeiteten in der Versandstation von Amazon in Werne (Foto vom 08.12.2010).

Bundeskartellamt ermittelt gegen Amazon

Es geht um die Frage, ob der US-Konzern in der Corona-Pandemie seine marktbeherrschende Stellung gegenüber Dritthändlern missbraucht hat. Es liegen Beschwerden von Händlern vor, Amazon habe die Preissetzung beeinflusst.

150 Euro für eine Flasche Händedesinfektionsgel – solche Angebote soll Amazon zu Beginn der Corona-Pandemie auf seinem Marketplace zehntausendfach gesperrt haben. Den Vertriebskanal des Onlineriesen nutzen mehr als 300.000 Anbieter. Kartellamtschef Mundt ist der Auffassung, Amazon dürfe auf Marketplace kein Preiskontrolleur sein, zumal die Plattform für sehr viele Händler unverzichtbar sei.

Überprüfung nach mehreren Beschwerden

Nach den Beschwerden über Sperrungen und Entfernungen untersucht das Bundeskartellamt mit Sitz in Bonn nun erneut die Geschäftsbedingungen von Amazon. Es geht um die Frage, ob ein Einschreiten von Amazon bei der Preisgestaltung gerechtfertigt war.

Das Bundeskartellamt führt mehrere Verfahren gegen so genannte Online-Bestpreisgarantien, weil sie den freien Markt gefährden. Wie lange die Auswertung der inzwischen vorliegenden Stellungnahme von Amazon dauern werde, konnte ein Behördensprecher gegenüber der ARD nicht sagen. Deutschland ist für Amazon der zweitgrößte Markt - nach den USA.

Bereits im März Recherche zu Preiswucher

Schon Anfang März hatte Netzpolitik.org, eine Plattform für digitale Freiheitsrechte, zum Online-Preiswucher recherchiert. Bereits da bestätigte eine Amazon-Sprecherin die Praxis: Amazon entferne proaktiv Angebote, die gegen die Firmen-Richtlinien verstießen. Es dürften keine überteuerten Preise verlangt werden.

Stand: 17.08.2020, 11:48

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