Hambacher Forst: Naturschützer fordern sofortigen Stopp der Bagger

Braunkohle-Demonstranten auf einem Feld nahe des Tagebaus

Hambacher Forst: Naturschützer fordern sofortigen Stopp der Bagger

Von Thomas Wenkert

  • BUND fordert Stopp der Bagger am Hambacher Forst
  • Umweltschützer sehen Waldgebiet gefährdet
  • RWE widerspricht Braunkohlegegnern

Der Blick wirkt auf viele Braunkohlegegner beängstigend: Bis auf 100 Meter haben sich Bagger im Tagebau Hambach dem Hambacher Forst genähert. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und zahlreiche Klimabündnisse schlagen Alarm. Sie fordern: Keinen Meter weiter!

 BUND: Bergaufsicht muss reagieren

Der BUND sieht vor allem die Bezirksregierung Arnsberg in der Pflicht. Sie ist die zuständige Bergbehörde. "Die Bezirksregierung habe es unterlassen, klare Vorgaben zum Schutz des Waldes zu definieren", kritisiert BUND-Landesgeschäftsführer Dirk Jansen.

Der Hambacher Forst ist das Symbol des Widerstandes gegen die Braunkohle im Rheinischen Revier. Mehrmals hat der BUND die Bezirksregierung Arnsberg aufgefordert, klarzustellen, wie weit die Bagger noch an den Wald herangeführt werden dürfen.

Aussicht auf den Tagebau von einem nahegelegenen Feld

Die Bagger sind schon nahe an den Wald herangerückt

Darauf antwortete die zuständige Behörde sehr schmallippig: "Die Schaufelradbagger müssen so weit vom Hambacher Forst entfernt bleiben, dass eine Beeinträchtigung von Baumkronen und Wurzeln sicher nicht stattfindet." Der BUND hat nun über seinen Anwalt verbindliche Erklärungen der Bergbauaufsicht gefordert.

 Landesregierung soll Vorgaben machen

Kritik üben die Kohlegegner auch an der Landesregierung. Sie solle endlich eine neue Leitentscheidung auf den Weg bringen und damit den Erhalt des Hambacher Waldes sichern. Der BUND spricht sich auch dagegen aus, RWE eine erneute Genehmigung zum Abpumpen des Grundwassers bis 2030 zu geben.

"Solche Maßnahmen schaden dem Wald", sagt Dirk Jansen. Er erinnert daran, dass die Berliner Kohlekommission den Wunsch geäußert hat, dass der Hambacher Forst erhalten bleibt. Außerdem besteht ein Rodungsstopp bis Oktober 2020. Nach Meinung der Kohlegegner müsse die Landesregierung jetzt Vorgaben für den Erhalt des Waldgebietes machen.

Kohleausstieg: "Natürlich geht das alles zu langsam"

WDR 5 Morgenecho - Interview 24.06.2019 05:57 Min. Verfügbar bis 23.06.2020 WDR 5

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 RWE sieht keine Gefahr für den Wald

Der RWE-Konzern betont in einer Stellungnahme, dass man den Baumwurzeln nicht zu nahe kommen werde. Das Unternehmen werde auch den Rodungsstopp einhalten. Derzeit werde geprüft, unter welchen Bedingungen der Hambacher Forst erhalten bleiben könnte. Offenbar fordert RWE dafür eine Entschädigungssumme in Milliardenhöhe.

Stand: 27.06.2019, 20:22