Bürgerinitiative "BUGA - so nicht"

"Buga - so nicht": Bürgerinitiative informiert über ihre Kritik 

Stand: 16.01.2022, 16:03 Uhr

Gerodete Bäume und Besuchermassen im Naherholungsgebiet. Das und vieles mehr kritisiert die Initiative "Buga - so nicht" an den Plänen für die Bundesgartenschau in Wuppertal. Direkt vor Ort hat sie Interessierte darüber informiert.

Von Carsten Stein

Die Bürgerinitiative "Buga - so nicht" hat am Sonntag zu einem sogenannten Informations-Spaziergang eingeladen. Rund 150 Interessierte nehmen daran teil. Es geht ins Naherholungsgebiet "Königshöhe". Dort sollen als spektakuläre Highlights der Bundesgartenschau 2031 eine Seilbahn und eine Hängebrücke gebaut werden.

Aber dafür würden alte Baumbestände zerstört, so die Kritiker:innen, darunter besonders schützenswerte Buchen. Das sei alles andere als nachhaltig, wie es die Stadt eigentlich verspreche. Mit der Ruhe im Naherholungsgebiet "Königshöhe" wäre es durch die zu erwartenden Besuchermassen dann auch vorbei, kritisieren sie. Bei der Hängebrücke würde die Stadt ihrer Meinung nach außerdem die Gefahr ausblenden, dass Chaoten Gegenstände auf die darunter liegende Bahnstrecke werfen könnten.

Die Natur leide und die Stadt verschulde sich

Die Stadt sei zudem hoch verschuldet. Das Geld für die Buga würde dann bei der anderen, wichtigeren Projekten fehlen.

Die Stadt hält dem entgegen, dass ein Großteil der Finanzierung durch Fördergelder und private Investoren gedeckt werden soll. Die Buga trage dazu bei, dass die Lebensqualität speziell im Westen der Stadt gesteigert werde. Außerdem hätten Wuppertaler Bürger:innen schon jetzt die Möglichkeit, sich mit Kritik und Anregungen einzubringen.

Bürger:innen sollen Buga gestalten

Der Name der Bürgerinitiative "Buga - so nicht!" ist Programm. Wolfgang Buchholz von der Initiative betont, man sei nicht grundsätzlich gegen eine Bundesgartenschau, sondern gegen die aktuellen Pläne. Die Initiative sammelt aktuell Unterschriften für ein Bürgerbegehren, um die aktuellen Buga-Pläne zu kippen.

Bürgerinitiative "BUGA - so nicht"

Das sei aber nur ein notwendiger Zwischenschritt, so Buchholz. Der nächste Schritt solle ein Bürgerentscheid sein. Dieser ermögliche, dass alle Wuppertaler:innen bei der Gestaltung der Buga mitreden und entscheiden könnten.

Buga-Förderverein kritisiert die Initiative

Laut Holger Bramsiepe vom Förderverein spielt die Bürgerinitiative mit dem Feuer. Wenn sie mit ihrem Bürgerbegehren durchkomme, könne sie die Bundesgartenschau- Gesellschaft vergraulen. Die könnte ihr Angebot für eine Buga in Wuppertal zurückziehen. Damit wäre die Chance vertan, den Stadtteil ökologisch umzugestalten.

Zu der Kritik an den geschätzt 70 Millionen Euro Investitionskosten weist Bramsiepe darauf hin, dass die Ausgaben über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren anfallen. Zudem: bei anderen Bundesgartenschauen seien bis zu 84 Prozent Fördergelder geflossen.

Ziel der Initiative: ein Bürgerentscheid

Bis zum 21. Februar müssen die Buga-Kritiker mindestens 10.600 Unterschriften der Stadt überreichen. Der Rat müsste dann entscheiden, ob er einen Bürgerentscheid auf den Weg bringt.

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