Wie hoch ist die Bleibelastung in Mechernich?

Gebäude des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Essen

Wie hoch ist die Bleibelastung in Mechernich?

  • Bürger fordern neue Bleiwert-Messungen
  • Sind Anwohner durch das Schwermetall krank geworden?
  • Stadt verweist auf Information im Bebauungsplan

Bei einer Bürgerversammlung in Mechernich geht es am Montag (06.05.2019) um erhöhte Bleiwerte in Wohngebieten. Der Kreis Euskirchen plant systematische Bluttests von Anwohnern. Seit Ende des Bleibergbaus in Mechernich habe es "keine Fälle von bleibedingten Erkrankungen" gegeben. So steht es in der Einladung des Kreises Euskirchen zur Bürgerversammlung. Dennoch wolle man im Blut von Freiwilligen die Bleiwerte untersuchen, um nähere Erkenntnisse zu sammeln.

Bluttests werden in der Uniklinik Aachen untersucht

Bei der Bürgerversammlung wollen Kreis- und Stadtverwaltung über den Ablauf der Untersuchungen informieren. Mit dabei sind auch Experten vom Institut für Umweltmedizin der Uniklinik RWTH Aachen, die für Fragen zur Verfügung stehen.

Messwerte für Bleibelastung veraltet

Eine Bürgerinitiative vermutet einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen von Anwohnern und der Bleibelastung. Wie hoch diese aktuell tatsächlich ist, ist unklar. Die vom Landesumweltamt veröffentlichten Werte stammen aus dem Jahr 1984. Damals betrugen sie etwa das Fünffache des sogenannten Prüfwertes. Wird dieser überschritten, kann laut Bundes-Bodenschutzgesetz eine Gefahr nicht ausgeschlossen werden.

Hinweis auf Blei in Bebauungsplänen

In den Bebauungsplänen für die Wohngebiete "Vierwege" und "Feyermühle" sei auf die Bleibelastungen hingewiesen worden, sagt die Stadt Mechernich. Sie verweist darauf, dass die Stadt schon sehr lange mit dem Bleierz-Bergbau und seinen Folgen lebe. Man nehme die Sorgen der Bürger ernst. Einen Bodenaustausch, wie er von Bürgern gefordert, will die Stadt aber vorerst nicht veranlassen.

Stand: 06.05.2019, 11:35