Bürgerinitiative fordert ein klimaneutrales Köln bis 2030

Ein Mann steht vor einer Pinnwand, an der eine Grafik auf einem weißen Blatt hängt

Bürgerinitiative fordert ein klimaneutrales Köln bis 2030

  • Neue Bürgerinitiative fordert besseren Klimaschutz bis 2030
  • 400 Interessierte kamen zur Auftaktveranstaltung
  • Initiativen in anderen Städten hatten bereits Erfolg

In Köln fordert eine neue Bürgerinitiative, dass die Stadt bis 2030 klimaneutral wird. Zur Auftaktveranstaltung kamen am Donnerstagabend (17.01.2020) mehr als 400 Kölner Bürger in Ehrenfeld zusammen. Als erstes Ziel soll der Strom- und Wärmeversorger Rheinenergie auf erneuerbare Energien umstellen.

Großes Interesse bei Kölner Bürgern

Das Cinenova, ein Kino im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, ist proppevoll. Mehr als 400 Kölner sind zur Auftaktveranstaltung der neuen Bürgerinitiative "Klimawende Köln" gekommen. Sie will in der Stadt mehr Klimaschutz durchsetzen. Ab 2030 sollen in Köln keine neuen Treibhausgase mehr in die Atmosphäre entweichen und dort, wo beispielsweise noch klimaschädliches CO2 erzeugt werden sollte, würde es dann an anderer Stelle in gleicher Menge eingespart werden.

Viele Menschen sitzen in einem dunklen Kinosaal

Der Kinosaal im Kölner Cinenova war bei der Infoveranstaltung gerappelt voll

Auch der 42 Jahre alte Kölner Tim Petzold engagiert sich für eine klimaneutrale Stadt. "Ich bin fassungslos und empört über die Tatenlosigkeit der Politik", sagt er. Deshalb wollen er und seine rund 30 Mitstreiter mit der Bürgerinitiative den Stadtrat drängen, wichtige Klimaschutzmaßnahmen verbindlich zu beschließen und zügig umzusetzen.

Klimaschutz per direkter Demokratie

Ein erstes, konkretes Ziel gibt es auch schon. Die Kölner RheinEnergie soll bei ihrer Strom- und Wärmeerzeugung bis 2030 auf Gas und Kohle verzichten und nur noch Strom aus erneuerbaren Energien anbieten. Neben einem Braunkohlekraftwerk besitzt die RheinEnergie auch drei mit Gas betriebene Heizkraftwerke.

Zusammengerechnet seien allein hier im Jahr 2018 rund 1,9 Millionen Tonnen CO2 entstanden, was fast 20 Prozent der Kölner Treibhausgas-Emissionen entsprechen würde, erläutert die Bürgerinitiative ihren Zuhörern. Damit die Stadt Köln die Umstellung bei der Rheinenergie auf den Weg bringt, plant die neue Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren. Dazu sind in Köln rund 25.000 Unterschriften notwendig.

Skepsis bei Rheinenergie Köln

Auf dem Podium des Kölner Kinos Cinenova steht den Anwesenden für die Rheinenergie Frank Bender Rede und Antwort. Der Pressechef des Energieversorgers teilt zwar die Sorgen um den Klimawandel, betont jedoch, dass Köln keine Insel sei.

Um den Kunden ab 2030 günstigen Ökostrom anbieten zu können, müsste sich in Deutschland noch viel ändern. Für den Klimaschutz in Köln will der Energieversorger unter anderem die Restwärme der Kölner Müllverbrennungsanlage für die Energiegewinnung nutzen. Auch ein Solarpark soll im April an's Netz gehen.

Der Bürgerinitiative "Klimawende Köln" ist das zu wenig. In mehreren Arbeitsgruppen soll das geplante Bürgerbegehren weiter vorbereitet werden, kündigt Tim Petzold an. Der 42-Jährige ist optimistisch. Denn unter anderem in München, Aachen und Berlin seien ähnliche Bürgerinitiativen bereits erfolgreich gewesen, sagt der Kölner.

Stand: 17.01.2020, 08:00

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