Pläne für Bürgerbegehren gegen Dürener Synagogenpark

Voller Parkplatz umgeben von kahlen Bäumen.

Pläne für Bürgerbegehren gegen Dürener Synagogenpark

Von Michael Esser

Wegen wegfallenden Parkplätzen in Dürens Innenstadt bereiten Einzelhändler ein Bürgerbegehren gegen die geplante Schaffung eines Parks mit Synagogen-Gedenkstätte vor.

Die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen, Bürger für Düren und Bunter Liste hat jetzt beschlossen, dass der Parkplatz an der Schützenstraße zu einem attraktiven Innenstadt-Park umgestaltet wird. Außerdem soll eine Gedenkstätte an die Dürener Synagoge erinnern. Die stand einst genau gegenüber, jetzt ist dort ein Parkhaus. Der Parkplatz hat eine Besonderheit: Er wird von großen Platanen überschattet, im Sommer eine innerstädtische Oase.

Händler: Parkplätze wichtig gegen Corona-Folgen

Die Einzelhändler befürchten, dass ein Wegfall der Stellflächen es ihnen noch schwerer macht, mit der Corona-Krise fertigzuwerden. Das hatte schon die CDU im Rat angeführt. Die Einzelhändler fordern vor einer Umgestaltung Ersatzflächen, betonte Ulf Minartz für die Geschäftsleutevereinigung IG City. Parallel dazu wird das Bürgerbegehren vorbereitet.

Synagogenpark reizt Gemüter

Das Thema erhitzt die Gemüter. Leserbriefschreiber beziehen pro Autofahrer Stellung. Für den Synagogenpark haben sich das Dürener Stadtmuseum und der DGB Düren ausgesprochen. Grundsätzlich war die Umgestaltung des Parkplatzes schon 2015 im Masterplan von allen großen Parteien einvernehmlich beschlossen worden.

Umbau frühestens Mitte nächsten Jahres

Bei der Ratsmehrheit versteht man die Aufregung nicht so recht. Frühestens ab Mitte nächsten Jahres werde der Parkplatzes umgebaut, sagte Verena Schloemer von den Grünen. Zuvor ist eine Bürgerbeteiligung mit Ideenwettbewerb vorgesehen. Hier könnten sich auch kritische Stimmen einbringen, so Schloemer. Das Ziel aber sei klar: Die unter Platanen parkenden Autos sollen mittelfristig einem attraktiven Synagogenpark weichen.

Stand: 10.03.2021, 15:06