Hotels dürfen Booking-Preise nicht unterbieten

Kartellamt gegen booking.com

Hotels dürfen Booking-Preise nicht unterbieten

  • Zimmerpreise müssen identisch sein
  • Hotel darf Portal nicht unterbieten
  • OLG hebt Beschluss des Bundeskartellamts auf

Das Buchungsportal Booking.com darf Hotels verbieten, ihre Zimmer auf der eigenen Internetseite billiger anzubieten als über das Portal. Eine solche "enge Bestpreisklausel" sei zulässig, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf am Dienstag (04.06.2019) und hob die Untersagung dieser Praxis durch das Bundeskartellamt auf. Die Klausel sei nicht wettbewerbsbeschränkend, sondern notwendig, um "ein illoyales Umlenken von Kundenbuchungen" zu verhindern, hieß es zur Begründung (Az.: VI - Kart 2/16 (V)).

Booking.com will mit der Klausel verhindern, dass sich Gäste auf dem Portal über Hotelangebote informieren und sich dann durch niedrigere Zimmerpreise oder bessere Vertragskonditionen auf die Hotelseite locken lassen, um dort zu buchen. In diesem Fall erhält das Portal keine Vermittlungsprovision. Nach Untersuchungen des Kartellamts beträgt die Basisprovision in der Regel zwischen 10 und 20 Prozent des Übernachtungspreises.

Hotelbranche sieht sich Portalriesen "schutzlos ausgeliefert"

Die Hotelbranche bestreitet allerdings, dass es viele solcher "Trittbrettfahrer" gebe. "Nicht einmal 1 Prozent der bei Booking.com ihre Hotelsuche startenden Nutzer 'verirren' sich zur Buchung noch auf eine Hotelwebsite", sagte Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA). Der Verband befürchtet nun, dass die Hotels den "marktdominanten Portalriesen zukünftig schutzlos ausgeliefert" sein werden, wie IHA-Präsident Otto Lindner sagte.

Kritik an Hotelbuchungsportalen

WDR 5 Profit - aktuell 29.01.2019 02:40 Min. Verfügbar bis 29.01.2020 WDR 5

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Stand: 04.06.2019, 15:50

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