THW sprengt beschädigte Eisenbahnbrücke bei Bad Münstereifel 

THW sprengt beschädigte Eisenbahnbrücke bei Bad Münstereifel 

Von Sebastian Tittelbach

Mit mehrstündiger Verzögerung hat das THW bei Bad Münstereifel eine Eisenbahnbrücke gesprengt. Sie war bei der Hochwasserkatastrophe vor zwei Wochen schwer beschädigt worden. 

Der Einsatz hat deutlich länger gedauert als geplant. Eine erste Sprengung reichte nicht aus, um die Brücke über der Erft zum Einsturz zu bringen. Die Fachleute des Technischen Hilfswerks mussten deshalb nachsprengen. Allerdings hatte die Stadt Bad Münstereifel versehentlich die Sperrungen kurzzeitig für aufgehoben erklärt.

Sprengung verzögerte sich mehrere Stunden

Viele Einwohner drängten deshalb zurück zu ihren Wohnungen, so dass Häuser erneut geräumt werden mussten. Erst mit fünfeinhalb Stunden Verzögerung fielen die Bahngleise mit den Brückenresten in die Erft und können jetzt von der Bundeswehr geborgen werden.

Die Einsatzstelle liegt zwischen den Ortschaften Kirspenich und Kreuzweingarten. Rund 2.000 Anwohner hatten am Morgen zur Sicherheit ihre Häuser im Umkreis von einem Kilometer verlassen müssen.

Bei der Flutkatastrophe vor rund zwei Wochen war die Erft stark angestiegen und hatte die Brücke schwer beschädigt. Die Bahngleise hingen seitdem verdreht in der Luft und standen unter hohen Spannungskräften. Ein Abriss mit herkömmlichen Mitteln war aus Sicht des THW deshalb zu gefährlich.

Hangrutsch-Gefahr durch neuen Regen

Fachleute vor Ort hatten die so genannte Schnittsprengung kurzfristig angesetzt, da für die kommende Woche neue Regenfälle erwartet werden, die einen Hangrutsch auslösen könnten. Dadurch wäre möglicherweise eine angrenzende Kläranlage zerstört worden. Sie klärt das Abwasser von nahezu allen Bewohnern von Bad Münstereifel.

Bis auf der Bahnstrecke zwischen Bad Münstereifel und Euskirchen wieder Züge fahren, wird es noch lange dauern. Die einspurige Bahnverbindung ist seit der Flut an mehreren Stellen unterbrochen und muss von Grund auf neu gebaut werden.

Stand: 01.08.2021, 17:04