Mehr als 80 Projekte für die Zeit nach der Braunkohle

Mehr als 80 Projekte für die Zeit nach der Braunkohle

  • Projekte für Strukturwandel ausgewählt
  • Brainergy-Park Jülich unter den Top-Projekten
  • 15 Milliarden Euro Fördermittel in Aussicht

Der Strukturwandel im Rheinischen Braunkohle-Revier wird konkreter: Der Aufsichtsrat der sogenannten Zukunftsagentur Rheinisches Revier, in der u.a. die vom Tagebau betroffenen Kommunen vertreten sind, hat in Hürth (26.05.2020) eine lange Liste von Projekten beschlossen. Ein Jahr ist daran gearbeitet worden.

Knapp 100 Vorschläge lagen den Vertretern von Kreisen, Kommunen oder Kammern vor. Nach mehr als sieben Stunden waren 83 Projekte ausgewählt, verteilt auf die Städteregion Aachen und die Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg und Rhein-Erft sowie den Rhein-Kreis Neuss. "Die Projekte haben ihr erstes Sternchen erhalten", sagte ein Vertreter der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Weitere müssen noch folgen.

Struktur-Sterne und unbekannte Liste

Die komplette Sterne-Liste ist bislang unveröffentlicht. Aber einige Top-Projekte sind bekannt, darunter ist der für Jülich geplante sogenannte Brainergy-Park. Er gilt als Blaupause für den Umstieg von der Braunkohle auf erneuerbare Energieträger. Im Brainergy-Park sollen Forschungsstellen zusammen mit Unternehmen z.B. moderne Energie- und Speichersysteme entwickeln. Das Autotestzentrum in Aldenhoven ist ebenfalls dabei - mit Projekten zu den Themen Mobilität und Digitalisierung.

Auch der Einsatz von Zügen mit Wasserstoffantrieb auf regionalen Bahnstrecken erhielt ein Sternchen - zur Freude der Landräte der Kreise Düren und Euskirchen, Wolfgang Spelthahn und Günther Rosenke: Das Projekt soll den Ausbau der Bördebahn und ihre Verbindung mit anderen Verkehrsnetzen im ländlichen Raum voranbringen.

Erste Fördermittel bis Jahresende

Es gilt: Das Rheinische Revier soll auch nach dem Abbau der Braunkohle durch Industrie, Energie, Landwirtschaft und Forschung geprägt sein - und diese Schwerpunkte sollen sich durch Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung auszeichnen.

Die Projekte werden nun von Land und Bund geprüft. Wenn sie die erforderlichen weiteren Sternchen erhalten, können Fördermittel für erste Projekte bereits bis Jahresende fließen. Für die Zeit bis 2038 - dem geplanten Ende der Braunkohleförderung im Revier - hat der Bund 15 Milliarden Euro Fördermittel in Aussicht gestellt.

Stand: 27.05.2020, 18:29