Braunkohle Leitentscheidung - Diskussion um Tagebau Hambach

Mehrere Menschen stehen mit Plakaten am Straßenrand.

Braunkohle Leitentscheidung - Diskussion um Tagebau Hambach

Die NRW Landesregierung stellt heute Abend in Kerpen ihre neue Braunkohle Leitentscheidung vor. Es ist bereits ihr zweiter so genannter Bürgerdialog.

Nachdem es vor zwei Wochen in Erkelenz um die Zukunft des Tagebaus Garzweiler ging, stehen diesmal der Tagebau Hambach sowie der Hambacher Forst im Fokus.

Wie zuvor schon in Erkelenz protestieren auch diesmal wieder Umweltverbände und kohlekritische Anwohner - in und vor der Erfthalle im Kerpener Stadtteil Türnich. Sie sind mit der Leitentscheidung der Landesregierung nicht einverstanden. Ihnen sind die Pläne zur Zukunft des Tagebaus Hambach und des Hambacher Forst zu widersprüchlich und auch viel zu unkonkret. Zwar will das Land die rund 650 Hektar große Restfläche erhalten. Dennoch sollen sich beispielsweise die Braunkohlebagger bis auf 50 Meter dem Wald nähern dürfen, kritisiert Dirk Jansen, Sprecher des nordrhein-westfälischen BUND. Der Naturschutzverband sieht den dauerhaften Erhalt des Hambacher Forst auch durch die neue Leitentscheidung weiterhin gefährdet.

Tagebau Anwohner fordern grüne Revier-Lunge

Gegenwind gibt es auch von der kohlekritischen Bürgerinitiative "Buirer für Buir". Strittig sind vor allem die so genannten Lagunen-Pläne für den Kerpener Umsiedlungsort Manheim-Alt. RWE will mit dem Bodenmaterial eine Uferböschung für den geplanten Hambach-Restsee gestalten. Anwohner fordern jedoch den Erhalt der Fläche. Hier könnten Bäume gepflanzt und die Waldgebiete Parrig, Dickbusch, Steinheide und Morschenich zusammen mit dem Hambacher Forst zum Naturschutz und Naherholungsgebiet Hambacher Wald vernetzt werden, sagt Antje Grothus von der Initiative "Buirer für Buir", die beim Bürgerdialog in Kerpen auf dem Podium sitzt.

Bürgerdialog unter Corona Bedingungen

Aufgrund der Corona Pandemie ist der Bürgerdialog eine geschlossene Gesellschaft. Nur etwa 80 Bürger konnten sich für die Veranstaltung anmelden - per Windhund Verfahren. Nur die schnellsten erhielten eine Zusage. Die Diskussion wird jedoch im Internet per Live Stream übertragen. Nach Angaben des NRW Wirtschaftsministeriums sollen alle Anregungen mit in die Braunkohle-Leitentscheidung einfließen. Darüber hinaus sei es auch weiterhin möglich, sich online zu dem Entwurf zu äußern, so eine Ministeriumssprecherin aus Düsseldorf. Die Bürgerbeteiligung zur Zukunft der Braunkohle und der Tagebaue in NRW soll am 8. Dezember enden.

Stand: 29.10.2020, 18:59