Streit um Braunkohle im Rheinischen Revier geht weiter

Luftaufnahme des Braunkohletagebau Hambach mit Schaufelradbagger.

Streit um Braunkohle im Rheinischen Revier geht weiter

  • Verschiedene Aktionen in dieser Woche geplant
  • Großdemonstration mit RWE-Beschäftigten angekündigt
  • Aktivisten wollen Tagebau Hambach besetzen
  • NRW-Ministerpräsident Laschet will vor Kohlekommission sprechen

Für diese Woche (ab 22.10.2018) sind erneut zahlreiche Proteste im Rheinischen Braunkohlerevier geplant - auf Seiten der Gegner und auf Seiten der Befürworter.

Anfang der Woche sollen im Hambacher Wald 60 Porträts von namhaften Künstlern aufgehängt werden. Sie alle setzen sich für den Erhalt des Waldgebietes ein. Regisseurin Doris Dörrie unterstützt die Aktion genauso wie die Pop-Band "Revolverheld" und die Kabarettisten Urban Priol und Wilfried Schmickler. Den Organisatoren der Aktion – darunter Greenpeace und dem Nabu - ist wichtig, dass der Kohleausstieg sozialverträglich gestaltet wird.

Kohlekommission im Rheinischen Revier

Mittwoch (24.10.2018) wird die Berliner Kohlekommission im Kreishaus Bergheim tagen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wird vor der Kohlekommission "die Standpunkte des Industrielandes Nordrhein-Westfalen darlegen", teilte die Staatskanzlei am Montag (22.10.2018) mit.

Industriegewerkschaft ruft zu Demonstration auf

Zeitgleich zur Tagung der Kommission hat die Gewerkschaft IG BCE eine Großdemonstration angekündigt. Mehrere tausend RWE-Beschäftigte werden voraussichtlich daran teilnehmen. Ihr Motto lautet "Wir sind laut für unsere Jobs - Ohne gute Arbeit kein gutes Klima".

Auch der Leiter des RWE-Tagebaus Hambach hat die Bürgermeister und Ratsmitglieder der Tagebau-Randgemeinden zur Teilnahme an der Demonstration eingeladen. Dem WDR liegt eine entsprechende Mail vor. Darin weist RWE auch auf Busse hin, die die Gewerkschaft für Teilnehmende anbietet. Ein RWE-Sprecher betonte, dass es sich dabei nicht um Fahrzeuge des Unternehmens handele. Die Busse würden allein von der Gewerkschaft IG BCE gestellt. Auch die Einladung sei in Absprache mit der Gewerkschaft erfolgt, hieß es aus der Konzernzentrale in Essen.

"Ende Gelände" organisiert mehrtägige Proteste

Ab Donnerstag (25.10.2018) werden rund 2.000 Aktivisten des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" im Rheinischen Revier erwartet. Für ihr Protestcamp haben die Aktivisten 3.000 Teilnehmer angemeldet. Gegen das von der Polizei zugewiesene Gelände in Jülich-Mersch stellten sie am Montag (22.10.2018) Eilantrag beim Verwaltungsgericht Aachen. Außerdem haben die Kohlegegner die Besetzung des Tagebaus Hambach angekündigt. In der Vergangenheit hat es im Zuge der Aktionen von "Ende Gelände" mehrfach Auseinandersetzungen mit der Polizei gegeben.

Braunkohle: Nach dem kleinen Forst kommen die ganz großen Fragen

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 11.10.2018 | 02:20 Min.

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Stand: 22.10.2018, 16:32