Tagebau Garzweiler: Demonstranten legen Bagger lahm

Tagebau Garzweiler: Demonstranten legen Bagger lahm

  • Aktivisten besetzen Bagger im Tagebau
  • Aktionen gegen das geplante Kohlegesetz
  • Aktion erst am Abend beendet

80 Umweltaktivisten haben am Freitag (26.06.2020) den Braunkohle-Tagebau Garzweiler II blockiert. Seit dem frühen Morgen hatten die Demonstranten fünf Bagger mit Bandanlagen und einen Absetzer besetzt gehalten, so die Polizei. Erst am Abend war die Aktion beendet.

Viele Aktivisten hätten nach Gesprächen freiwillig die Bagger verlassen, sagte eine Polizeisprecherin. Nur einige mussten von Beamten heruntergeholt werden. Die Aktion war von den Anti-Kohle-Bündnissen "Einsatz Kohlestopp" und "Ende Gelände" organisiert worden.

Da laut Polizei keiner der Besetzer seinen Namen freiwillig nennen wollte, waren sie zunächst in Gewahrsam genommen worden. Nachdem ihre Personalien ermittelt waren, wurden sie in der Nacht zu Samstag freigelassen.

"Unserer Zukunft wird verfeuert"

"Für uns ist einfach unhaltbar", sagte eine Sprecherin von "Einsatz Kohlestopp" dem WDR, "dass hier noch 18 lange Jahre Kohle abgebaut und verfeuert werden soll. Damit wird nicht nur einfach Kohle verfeuert, sondern unsere Zukunft."

Die Aktion sei Teil einer sogenannten Woche des Widerstands gegen das geplante Kohlegesetz. Dieses Gesetz sei ein Desaster. Wegen der Klimakrise dürfe keine Tonne Kohle mehr verfeuert werden, schreibt das Aktionsbündnis "RWE - raus aus Kohle und Atom!" in einer Pressemitteilung.

Das Bündnis kritisiert auch, dass noch sechs Dörfer im Rheinischen Revier für die Braunkohle umgesiedelt werden sollen.

RWE: Bis 2040 klimaneutral

Der Energiekonzern und Tagebaubetreiber RWE hat die Protestaktion von Braunkohlegegnern im Tagebau Garzweiler als nicht nachvollziehbar kritisiert. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es, man werde bis 2040 klimaneutral sein, allein bis 2022 wolle man 5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren.

Aktivisten auf Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler

Umstritten - der Braunkohle-Abbau im Rheinischen Revier

Die Braunkohlegegner sprechen von Augenwischerei. Mit einer roten Linie aus 200 Metern Stoff zeigten sie symbolisch, dass für sie die Grenze für den Braunkohleabbau erreicht ist.

Wie die Polizei mitteilte, hat RWE Anzeige wegen Hausfriedensbruch und anderer Delikte gestellt. Zudem sei eine Anzeige wegen Körperverletzung gefertigt worden.

RWE-Hauptversammlung in Essen

RWE hat am Freitag seine Hauptversammlung in Essen abgehalten - wegen der Corona-Pandemie in virtueller Form. Der Energiekonzern betreibt den Tagebau Garzweiler. Auch in der Lausitz war "Ende Gelände" seit dem frühen Freitagmorgen aktiv. Im Tagebau Jänschwalde besetzten 13 Aktivisten einen Bagger.

Stand: 27.06.2020, 13:25

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