Brandstiftung in Reha-Zentrum Bad Honnef: Urteil

Das Landgericht Bonn: Ein großes weißes Gebäude von vorne.

Brandstiftung in Reha-Zentrum Bad Honnef: Urteil

Von Ulrike Schödel

  • Zwei Brandanschläge auf Reha-Zentrum im Januar 2018
  • Angeklagte intellektuell schwer behindert
  • Unterbringung in psychiatrischer Klinik verordnet

Nach zwei besonders schweren Brandstiftungen im Bad Honnefer Reha-Zentrum für Behinderte hat das Bonner Landgericht am Montag (15.07.2019) die Unterbringung einer Bewohnerin in einer psychiatrischen Klinik angeordnet.

Zwei Brandanschläge in drei Tagen

Im Januar 2018 hatte die 31-Jährige innerhalb von drei Tagen zwei Brände gelegt. In einem Fall zündete sie einen Müllsack im Flur der dritten Etage an, zwei Tage später ließ sie im Waschraum einen Wäschewagen in Flammen aufgehen, der vollständig ausbrannte. In beiden Fällen konnten die Brände noch rechtzeitig gelöscht werden.

Dennoch waren die Brandstiftungen laut Urteil dazu ausgelegt, ein großes Feuer auszulösen, das viele Bewohner in Gefahr gebracht hätte.

Motiv: Ärger über Rauchverbot

Die 31-Jährige hatte sich geärgert, so hat sie es selber eingeräumt,  dass ihr das Rauchen verboten worden war. Zur Strafe habe sie gezündelt, aber auch, weil es ihr laut Urteil Spaß mache, großen Wirbel auszulösen.   

Keine strafrechtliche Verantwortung

Die Angeklagte, die seit Kindertagen intellektuell schwer behindert ist, kann für die Brandstiftungsversuche strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden.

Da von ihr jedoch weitere gravierende Straftaten zu erwarten sind, ist sie in einer Klinik unterzubringen - so das Urteil. So kann sie engmaschig betreut werden.

Stand: 15.07.2019, 14:47