Brandschutzübung in Bad Godesberger Tunnel

Der frisch renovierte Teil des Bad Godesberger Tunnels füllt sich schnell mit Rauch.

Brandschutzübung in Bad Godesberger Tunnel

Von Christoph Hensgen

  • Gutachter entzünden Feuer in frisch renovierter Röhre
  • Rauch wird durch neue Öffnungen in Tunneldecke abgesaugt
  • Entrauchungsanlage verschafft Menschen im Ernstfall mehr Zeit

Seit Mittwochmorgen (31.07.2019) können Verkehrsteilnehmer wieder durch den Straßentunnel in Bonn Bad Godesberg fahren. Der war die komplette Nacht über voll gesperrt. Grund war eine große Brandschutzübung im frisch renovierten Teil des Tunnels.

Um eine neue Entrauchungsanlage zu testen, machten Gutachter ernst. Sie entzündeten im Tunnel ein Feuer. Im Handumdrehen war alles voller Rauch: Vom Boden bis zur Decke und immer tiefer in die Röhre hinein.

Neue Öffnungen in der Decke saugen Rauch aus Tunnel

Allerdings nur, bis die dichte, graue Wand eine neue Öffnung in der Tunneldecke erreichte. Über die wurde der Rauch mithilfe von riesigen Ventilatoren schnell abgesaugt. Der Rauch konnte sich nicht weiter ausbreiten und der Weg zum nächsten Notausgang war frei.

Stefan Pieper vom Tiefbauamt der Stadt Bonn zeigt auf die Pläne des frisch renovierten Bad Godesberger Tunnels.

Stefan Pieper vom Tiefbauamt der Stadt Bonn.

Alle 100 Meter wird es diese Deckenöffnungen im Godesberger Straßentunnel bald geben – pro Fahrtrichtung“, erklärt Stefan Pieper vom Tiefbauamt der Stadt Bonn. Das ist zuständig für den Straßentunnel und den Brandschutz darin. „Die neuen Öffnungen sind größer und deutlich leistungsstärker als die alten. Im Brandfall können Menschen im Tunnel schnell zu Notausgängen oder in Bereiche gelangen, die rauchfrei sind und wo es frische Luft gibt“, sagt Pieper.

Sensoren erfassen Rauch oder Wärmequellen

Sobald Sensoren der Entrauchungsanlage Rauch oder große Wärme erfassen, wird der Abzug aktiviert. „Die Sensoren sind sehr empfindlich. Sie lösen schnell aus – damit im Brandfall so viel Zeit wie möglich für die Rettung von Menschen ist“, erklärt Stefan Pieper. „Sie dürfen aber auch nicht zu schnell auslösen. Sie müssen also auch erkennen, dass dicke Luft im Tunnel auch einen Stau oder einen alten Diesel-Lkw als Ursache haben kann. Das Einstellen der Anlage ist nicht ganz einfach.“

Mit dem nächtlichen Test der Entrauchungsanlage ist Stefan Pieper sehr zufrieden. „Wir konnten bislang nur kleinere Übungen machen. Jetzt, nach Fertigstellung der Anlage in der rheinseitigen Röhre, die große. Die Technik verschafft Verkehrsteilnehmern im Ernstfall deutlich mehr Zeit, um sich vor dem gefährlichen Brandrauch in Sicherheit zu bringen.“

Brandschutz Made in Germany - Aufrüsten für den Ausnahmefall

Dok 5 - Das Feature Staffel 1, Folge 1 15.02.2019 52:32 Min. Verfügbar bis 15.02.2020 WDR 5 Von Melahat Simsek

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Stand: 31.07.2019, 09:52

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