Stilles Gedenken an die Opfer des Solinger Brandanschlags

Das Mahnmal "Solinger Bürgerinnen und Bürger"

Stilles Gedenken an die Opfer des Solinger Brandanschlags

  • Brandanschlag in Solingen vor 27 Jahren
  • Stille Gedenkfeier wegen Corona
  • Verleihungsfeier für Toleranzpreis im Herbst

Zum 27. Jahrestag des fremdenfeindlichen Brandanschlags vom 29. Mai 1993 in Solingen hat es wegen der Corona-Schutzregeln nur ein stilles Gedenken gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gegeben. Etw 100 Menschen nahmen an der Gedenkfeier teil. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet machte via Instagram auf den Jahrestag aufmerksam.

Zwischen 19 und 20 Uhr (29.05.2020) wurden am Mahnmal an der Mildred-Scheel-Schule Kränze niedergelegt. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), Vertreter der Familie Genç sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, die Ditib-Gemeinde Solingen und das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage gedachten im Rahmen einer Schweigeminute der Toten. Bei dem Gedenken wurden weder Ansprachen noch Gebete gehalten.

Verleihungsfeier für Toleranzpreis im Herbst

Brandanschlag Feuerwehrmänner stehen vor dem abgebrannten Haus der türkischen Familie Genc in Solingen am 29.05.1993

Das Haus der Familie Genç nach dem Brandanschlag

Die Verleihungsfeier für den Toleranzpreis "Silberner Schuh", traditionell Teil des Gedenkens an den Brandanschlag, wurde auf den Herbst verschoben. Er wird voraussichtlich im Rahmen einer Demokratiekonferenz vergeben. Bei dem Brandanschlag vor 27 Jahren wurden zwei Frauen und drei Mädchen getötet, als vier junge Neonazis in der Nacht zum Pfingstsamstag 1993 das Haus der türkischen Familie Genç anzündeten. Die Tat rief weltweit Entsetzen hervor.

Mevlüde Genç, die Mutter, Großmutter und Tante der Toten, war in diesem Jahr nicht anwesend. Sie hatte bereits kurz nach dem Anschlag zur Versöhnung zwischen allen Menschen in Solingen aufgerufen.

Stand: 01.06.2020, 12:57

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