Großbrand in Siegburg: Hilfsfonds für Opfer

Großbrand in Siegburg: Hilfsfonds für Opfer

  • ICE-Verkehr läuft wieder
  • Regionalzüge fahren bis Freitag nicht
  • Brandermittler im Einsatz

Einen Tag nach dem Großbrand an der Siegburger ICE-Strecke suchen Ermittler nach der Ursache. Dafür werden alle beschädigten Gebäude genau untersucht. Die Polizei muss allerdings auf mögliche Einsturzgefahr in den Ruinen achten.

Fernverkehr fährt wieder

Währenddessen hat die Bahn den Fernverkehr am Mittwochmorgen (08.08.2018) wieder zum Laufen gebracht. Auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt fahren seit 3.20 Uhr wieder Züge.

Arbeiter der Deutschen Bahn (DB) überprüfen die Gleise während ein ICE an der Brandstelle in Siegburg vorbeifährt.

An der Brandstelle fahren wieder ICE

Der Nahverkehr soll am Freitag wieder aufgenommen werden. Bis dahin wird die Strecke aufgeräumt und repariert. Auf rund 350 Metern Länge sei die Oberleitung beschädigt, erklärte die Bahn. Auch an Kabeln müssten Schäden beseitigt werden. Vom Feuer angekohlte und daher wackelige Bäume sollen entfernt werden.

Innenminister vor Ort

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte den Verletzten schnelle Genesung. Insgesamt wurden 32 Menschen verletzt, einer schwer. Betroffen waren Anwohner und Einsatzkräfte. Die meisten hatten Rauchgas eingeatmet oder litten unter Kreislaufproblemen.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul  spricht in der Strasse, in der am Tag zuvor acht Wohnhäuser ausbrannten, mit Feuerwehrleuten.

Innenmininster Reul im Gespräch mit Rettungskräften

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich bei einem Besuch von den Schäden erschüttert: "Ich weiß gar nicht, was man den Leuten sagen soll, die hier gewohnt haben", sagte er. Die Deutsche Bahn will sich mit 500.000 Euro an einem Hilfsfonds beteiligen. "Wer die Bilder gesehen hat, erkennt sofort, dass schnelle Hilfe Not tut", sagte eine Sprecherin. Am Wochenende soll es einen Spendentag geben.

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Betroffener des Großbrands: "Froh, dass es gut ausgegangen ist"

WDR 2 | 08.08.2018 | 03:23 Min.

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Viele Theorien zur Brandursache

Noch ist der Auslöser des Brands nicht identifiziert. Neben Brandstiftung und einer weggeworfenen Zigarette gilt als Möglichkeit, dass der Funkenflug eines vorbeifahrenden ICE die staubtrockene Böschung in Brand gesetzt haben könnte. An dieser Theorie gibt es aber Zweifel. "Dass ein Funkenflug jemals zu einem Böschungsbrand geführt hat, ist mir nicht bekannt", sagt Christian Schindler, Fahrzeugtechniker von der RWTH Aachen.

Neun Gebäude zerstört

Starker Wind hatte dazu beigetragen, dass die Flammen schnell auf die angrenzende Wohnstraße übergriffen. Am Ende waren neun Gebäude so stark zerstört, dass einige von ihnen voraussichtlich abgerissen werden müssen. Sechs sind laut Feuerwehr unbewohnbar. 15 Menschen können nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren. Sie leben nun zunächst bei Freunden und Verwandten.

Bilder vom Großbrand in Siegburg

Bei einem Großbrand an der Siegburger ICE-Strecke sind am Dienstag (07.08.2018) zahlreiche Menschen verletzt worden, die wichtige Bahnstrecke zwischen Köln und Frankfurt war lange gesperrt.

Siegburg: Verbrannte Böschung, brennende Häuser.

Zunächst fing am Dienstag (07.08.2018) eine Böschung Feuer. Die Flammen griffen dann an der Bahnstrecke direkt über auf Häuser am Gleis.

Zunächst fing am Dienstag (07.08.2018) eine Böschung Feuer. Die Flammen griffen dann an der Bahnstrecke direkt über auf Häuser am Gleis.

Aus den Häusern schlugen Flammen und Rauch.

Die große Trockenheit und Hitze haben bei der schnellen Entwicklung des Brandes sicherlich eine Rolle gespielt. "Bei 39 Grad geht das ja ratzfatz", sagte ein Feuerwehrsprecher.

"Die ersten Einsatzkräfte hatten quasi eine Feuerwand vor sich", sagte ein Feuerwehrsprecher. Durch die Trockenheit und die Hitze der vergangenen Wochen hätten die Flammen sich auf der Böschung sehr schnell ausbreiten können.

Rund 550 Einsatzkräfte waren vor Ort. Auch ein Wasserwerfer der Bundespolizei und ein Hubschrauber wurden angefordert.

Laut Polizei mussten zahlreiche Menschen von Rettungsdiensten betreut werden. Im Wesentlichen habe es sich dabei um Menschen gehandelt, die schockiert gewesen seien und zum Beispiel Kreislaufprobleme bekommen hätten.

Das Brandgebiet wurde weiträumig abgeriegelt. In der Region bildeten sich lange Staus.

Für die Rettungskräfte war der Einsatz angesichts der Hitze eine besondere Herausforderung.

Die wichtige ICE-Strecke von Köln nach Frankfurt wurde gesperrt.

Am Abend war das Feuer nach mehreren Stunden unter Kontrolle.

Die Brandursache ist noch unklar. Die Stadt Siegburg teilte schon bald nach Ausbruch des Feuers mit, vermutlich habe ein vorbeifahrender Zug Funken geschlagen und so die Flammen entfacht. Später relativierte die Stadt diese Aussage und betonte, es seien auch andere Brandursachen möglich.

Stand: 08.08.2018, 15:38