Weiterhin fallen Züge nach Brand in Unkel aus

Weiterhin fallen Züge nach Brand in Unkel aus

  • Zugverkehr zwischen Linz und Rhöndorf eingestellt
  • Dauer der Sperrung nach wie vor unklar
  • Ausfälle auf Strecke zwischen Koblenz und Köln

Nach dem Brand dreier Güterwaggons im rheinland-pfälzischen Unkel direkt hinter der NRW-Grenze müssen Zugreisende zwischen Koblenz und Köln weiter mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. "Da die Güterzüge über die linksrheinische Strecke umgeleitet werden, kann es auf den Gleisen sehr voll werden", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag (08.02.2019).

Der Zugverkehr auf der anderen Flussseite zwischen dem rheinland-pfälzischen Linz am Rhein und dem Rhöndorfer Bahnhof in Nordrhein-Westfalen wurde komplett eingestellt. Zwischen den beiden Bahnhöfen pendeln demnach vier Busse und 20 Taxen. "Der Ersatzverkehr funktioniert sehr gut", sagte der Sprecher. Die Dauer der rechtsrheinischen Streckensperrung blieb vorerst unklar.

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Drei Güterwaggons mit Spraydosen und Kosmetikartikeln waren in der Nacht zum Donnerstag (07.02.2019) in Flammen aufgegangen. Auch ein vierter Waggon einer Privatbahn wurde beschädigt. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Rund 60 Anwohner mussten vorsorglich ihre Häuser bis zum Morgen verlassen. Unglücksursache und Schadenshöhe waren vorerst unklar. Die Bundespolizei vermutete am Donnerstag festgefahrene Bremsen als Auslöser. Die Ermittlungen dauern an.

Sachverständige machten sich vor Ort ein Bild. Am Freitag gingen die Aufräumarbeiten in Unkel weiter. "Die vier beschädigten Waggons werden in Unkel von großen Kränen auf eine Freifläche gehoben", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Schienen, Schwellen und Oberleitung müssten repariert werden. Die rechtsrheinischen Gleise sind der Deutsche Bahn zufolge Teil von Europas meistbefahrener Güterzugstrecke zwischen Genua und Rotterdam.

Güterwaggons mit Spraydosen in Unkel abgebrannt

Mit Spraydosen und Kosmetikartikeln beladene Güterwaggons sind im Güterbahnhof im rheinland-pfälzischen Unkel direkt hinter der NRW-Grenze in Flammen aufgegangen.

Mit Spraydosen beladene Güterwaggons brennen

Immer wieder explodierten in der Nacht zum Donnerstag (07.02.2019) Haarspraydosen in dem Güterzug und flogen durch die Luft, berichtete ein Sprecher der Bundespolizei.

Immer wieder explodierten in der Nacht zum Donnerstag (07.02.2019) Haarspraydosen in dem Güterzug und flogen durch die Luft, berichtete ein Sprecher der Bundespolizei.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot von 165 Kräften im Einsatz, um den Brand zu löschen. Rund 60 Menschen mussten vorübergehend ihre Wohnungen verlassen. Der Einsatz habe insgesamt rund zehn Stunden gedauert, sagte Ingo Fick von der Einsatzleitung. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt.

Es spreche viel dafür, dass sich die Bremsen des Zugs der Privatbahn festgefahren hätten und heiß gelaufen seien, sagte ein Sprecher der Bahnpolizei. Dadurch hätten die Radreifen geglüht und Funken gesprüht. Die genaue Ursache des Feuers werde aber noch ermittelt. Fremdverschulden sei auszuschließen.

Der Zugverkehr zwischen dem rheinland-pfälzischen Linz am Rhein und dem Rhöndorfer Bahnhof in Nordrhein-Westfalen wurde bis auf Weiteres eingestellt.

Am Donnerstag begannen die Aufräumarbeiten. Angaben zur Höhe der Schäden an der Infrastruktur und eine genaue Prognose zur Instandsetzung seien noch nicht möglich. Nach Bahnangaben sei davon auszugehen, dass die Arbeiten über das Wochenende andauern.

Die Flammen hätten auch die Umgebung beschädigt, so seien etwa eine Lärmschutzwand und die Oberleitung beschädigt worden, sagte der Sprecher der Bahnpolizei. Ein Übergreifen auf die Wohnhäuser habe aber nicht gedroht.

Auf der nun noch stärker genutzten linksrheinischen Strecke zwischen Koblenz und Köln kann es auch in den kommenden Tagen immer wieder zu Ausfällen kommen. "Reisende können sich online oder vor Ort über Ausweichverbindungen informieren", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Stand: 08.02.2019, 17:18