Nach Europa-League-Spiel: Borussen-Fans wieder auf freiem Fuß

Ärger nach Europa-League-Spiel: Borussia-Fans im Stadion festgehalten

Nach Europa-League-Spiel: Borussen-Fans wieder auf freiem Fuß

  • Auseinandersetzungen bei Europacup-Partie in Rom
  • Vier Gladbacher wieder auf freiem Fuß
  • Scharfe Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte

Die vier Gladbach-Fans, die nach dem Europa-League-Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen AS Rom am Donnerstag (24.10.2019) in Polizeigewahrsam genommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Das sagte ein Sprecher des Vereins am Samstagmorgen (26.10.2019) dem WDR.

Sie waren nach Auseinandersetzungen mit der italienischen Polizei im Stadion festgesetzt worden. Offenbar wollten Sicherheitskräfte klären, welche Gästefans Pyrotechnik gezündet hatte. Dabei sollen sie auch mit Knüppeln vorgegangen sein.

Vier Borussen in italienischem Gewahrsam

Wie die italienische Polizei am Tag nach dem Spiel mitteilte, hätten zwei der deutschen Fans einen Stadion-Offiziellen angegriffen und ihn mit Fahnenstangen, Fußtritten und Fausthieben attackiert. Ein weiterer habe Gegenstände auf die Polizei geworfen.

"Mitarbeiter hat nur seinen Job gemacht"

Auch ein Mitarbeiter des Vereins war in Polizeigewahrsam genommen worden. Er wurde festgehalten, weil er dem Verein zufolge zu Dokumentationszwecken das Vorgehen der italienischen Sicherheitskräfte im Gladbacher Fanblock mit seinem Handy gefilmt habe.

Er habe sich aber geweigert, der Polizei sein Smartphone zu übergeben. "Es ist für uns komplett inakzeptabel, dass ein Mitarbeiter, der seinen Job macht, in Gewahrsam genommen wird", sagte Gladbachs Vereinssprecher Markus Aretz.

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Alle vier Gladbacher wieder auf freiem Fuß

Der Mitarbeiter kam am Freitag frei und ist nach Angaben des Vereins zufolge wieder auf dem Weg nach Deutschland. Die drei anderen wurden ebenfalls auf freien Fuß gesetzt. Ob weiter gegen sie ermittelt wird, konnte der Vereinssprecher nicht sagen.

Außerdem wurden der Polizei zufolge gegen drei weitere Fans Stadionverbote für fünf Jahre verhängt.

Gladbach spricht von "überzogener Härte"

Die Vereinsspitze reagierte scharf auf die Vorgänge in Rom: "Nach unseren Erkenntnissen und zu unserem Bedauern sind der italienische Ordnungsdienst und die Polizei mit für deutsche Verhältnisse überzogener Härte vorgegangen. Warum dies so war, können wir im Moment nur mutmaßen", sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

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Einige Fans durch Knüppelschläge verletzt

Rund 7.000 Gladbacher Anhänger seien nach Abpfiff bis zu drei Stunden im Block festgehalten worden, danach sei der Auslass "nur sehr schleppend und in extrem angespannter Atmosphäre" erfolgt.

Wie die Fanhilfe Mönchengladbach mitteilte, seien außerdem mehrere Fans durch Knüppelschläge verletzt worden und hätten die Nacht im Krankenhaus verbringen müssen. Auch die Mannschaft konnte erst weit nach Mitternacht die Rückreise aus Italien antreten.

Eberl: "Pyro ist blödsinnig"

Ärger nach Europa-League-Spiel: Borussia-Fans im Stadion festgehalten

Für Sportdirektor Max Eberl war das Verhalten der Polizei auch gegenüber Frauen und Kindern inakzeptabel. "Zwei bis drei Stunden in einem Korridor zu stehen, das ist nicht gerechtfertigt. Das ist nicht der Europapokal, wie wir ihn uns vorstellen und wie wir ihn erleben wollen." Er kritisierte aber auch die Fans: "Ich habe die 90-Minuten-Bengalo-Show mitbekommen. Es zeigt einmal mehr, dass Pyro blödsinnig ist", so Eberl.

Probleme auch beim Spiel gegen Istanbul

Schon beim Auswärtsspiel in Istanbul gegen den Verein Basaksehir Istanbul hatte es Probleme gegeben. Türkische Sicherheitskräfte hatten Fahnen der Gladbach-Fans konfisziert und Borussen-Anhänger des Stadions verwiesen.

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Stand: 26.10.2019, 13:39