Düsseldorf: Wie funktionieren die Boosterimpfungen in der Region?

Symbolbild: Ein Mensch mit Schutzkleidung zieht eine Spritze aus einer Ampulle mit Impstoff von Biontech-Pfizer auf

Düsseldorf: Wie funktionieren die Boosterimpfungen in der Region?

Mittlerweile bekommen Menschen aus der Risikogruppe die dritte Corona-Impfung. Dafür sind vorrangig Haus- und Betriebsärzte zuständig.

Bei Samina Rasch aus Neuss ist der Andrang groß. Die Medizinerin hat drei Mal in der Woche eine "Impfstunde" in ihrer Praxis eingerichtet. Hier können sich Menschen aus der Risikogruppe impfen lassen.

Drittimpfung läuft an - mit Verbesserungspotenzial

Die Nachfrage sei groß, so Rasch. Und auch der Impfstoff sei ausreichend vorhanden. Allerdings müssten die Praxen mit zwei Wochen Vorlauf die Dosen bestellen. Diese Vorplanung sei aber schwierig - man wisse nicht, wie die Nachfrage in zwei Wochen sei: "Es wäre schön, wenn man wieder wie früher wöchentlich Impfstoff kriegen könnte, erzählt Rasch.

Dritte Corona-Impfung: "Genug Impfstoff da"

WDR 5 Morgenecho - Interview 27.10.2021 06:33 Min. Verfügbar bis 27.10.2022 WDR 5


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Auch, wenn die Impfungen bei niedergelassenen Ärzten funktionieren - die Medizinerin fände es gut, wenn die Praxen durch kleinere Impfzentren unterstützt werden würden. Vor allem in der Herbstsaison, in der es viele Erkältungen und auch Grippeinfektionen gibt, sei das sinnvoll.

Städtische Angebote für Boosterimpfung in der Region?

Auf WDR-Nachfrage gaben die meisten Kreise und Städte in der Region rund um Düsseldorf an, dass zwar eigentlich niedergelassene Ärzte für die dritte Impfung gegen Corona zuständig seien. Aber Personen der Risikogruppe könnten in der Regel dennoch über ein Angebot der Stadt bzw. des Kreises ihre Boosterimpfung beziehen.

Im Rhein-Kreis-Neuss können Patienten der Risikogruppe mit großer Wahrscheinlichkeit eine Drittimpfung bei einem mobilen Impfteam erhalten - auch, wenn das laut Kreis in letzter Instanz eine Ermessensfrage des Impfarztes sei.

Es wird losgeboostert, aber für wen lohnt sich die Drittimpfung?

WDR 2 Das Thema 20.10.2021 03:03 Min. Verfügbar bis 20.10.2022 WDR 2


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Auch in Mönchengladbach bestehe für Risikopatienten die Möglichkeit, die dritte Impfung über ein städtisches Angebot zu erhalten. "Der Schwerpunkt liegt aber – so wie es Land und Bund beschlossen haben  – bei den niedergelassenen Ärzten", heißt es von der Stadt Mönchengladbach. Ähnlich sieht es in Düsseldorf aus. Hier könne man als Angehöriger der Risikogruppe auch in den beiden Impfstellen und im Impfmobil eine Boosterimpfung bekommen.

In Krefeld besteht für über 90-Jährige an zwei Tagen pro Woche die Möglichkeit, in einem bestimmten Zeitfenster in der Impfstation die Boosterimpfung zu bekommen.

In Viersen gibt es dieses Angebot nicht. Der Kreis führt weiterhin Erst- und Zweitimpfungen durch, allerdings keine Drittimpfungen.

Dritte Impfung - für wen?

Die dritte Impfung erfolgt frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff, also Biontech oder Moderna. In Nordrhein-Westfalen haben aktuell Menschen aus Risikogruppen Anspruch auf die sogenannte Boosterimpfung. Dazu zählen:

  • Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegekräften in Pflegeeinrichtungen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und in weiteren Einrichtungen mit vulnerablen, sprich "verwundbaren", Gruppen
  • Personen mit einer Immunschwäche oder Immunsuppression
  • Pflegebedürftige, die zu Hause leben
  • Menschen ab 70 Jahren
  • Menschen, die regelmäßig in Kontakt mit infektiösen Menschen stehen, "z. B. medizinisches Personal ambulant und stationär, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams

Stand: 28.10.2021, 15:16