Gesuchter Bonner Steinewerfer starb als IS-Terrorist

Maskierte militante Palästinenser der Al-Aqsa Brigade

Gesuchter Bonner Steinewerfer starb als IS-Terrorist

Von Ulrike Schödel

  • Mann war Mitglied der König-Fahd-Akademie
  • Bundeskriminalamt stufte ihn als "äußerst gefährlich" ein
  • gestorben bei US -Luftangriff in Irak

Ein gesuchter mutmaßlicher Bonner IS-Terrorist ist tot. Diese Nachricht erhielt das Bonner Amtsgericht am Donnerstagnachmittag (30.08.2018). Er starb bereits im Oktober 2017 bei einem Luftangriff im Irak, so das Amtsgericht.

Bereits letztes Jahr im Irak gestorben

Fast vier Jahre suchte das Bonner Amtsgericht mit internationalem Haftbefehl nach Ömer D. - er ist einer der Männer, die während einer Islamisten-Demonstration 2012 vor der König-Fahd-Akademie in Lannesdorf Steine geworfen haben soll.

Das Gebäude der König Fahd Akademie

Die König-Fahd-Akademie ist mittlerweile geschlossen

Doch erst jetzt erfuhr das Amtsgericht, dass der 39-jährige Ömer D. gemeinsam mit seinem Bruder bereits im Oktober 2017 bei einem US-Luftangriff im irakisch-syrischen Grenzgebiet getötet worden war. Die Brüder hatten sich der Terrormiliz IS angeschlossen; sie wurden vom BKA als äußerst gefährlich eingestuft, ihnen wurden Anschläge auch in Deutschland zugetraut.

Gewaltätige Beteiligung an Demonstration

Nach Ömer D. war gefahndet worden, weil er auf Bildern als einer der Steinewerfer identifiziert worden war, die im Mai 2012 in Lannesdorf Polizeibeamte attackiert hatten. Der wegen Landfriedensbruch und Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagte Islamist erschien zwar im November 2014 vor Gericht, behauptete aber, er sei auf den Fotos nicht zu erkennen und forderte ein Expertengutachten.

Das Verfahren wurde vertagt und Ömer D. verschwand aus dem Fokus der Bonner Justiz. Bis jetzt die Todesnachricht kam.

Stand: 30.08.2018, 16:47