Kindesmissbrauch: Bonner Lehrer angeklagt

Das Landgericht Bonn: Ein großes weißes Gebäude von vorne.

Kindesmissbrauch: Bonner Lehrer angeklagt

Von Ulrike Schödel

  • Anklage gegen Bonner Lehrer wegen Kindesmissbrauchs
  • Mädchen bei Live-Chats zu sexuellen Handlungen überredet
  • Angeklagter ist vom Schuldienst suspendiert

Vor dem Bonner Landgericht muss sich demnächst ein 43-jähriger Lehrer einer Bonner Schule wegen Kindesmissbrauchs in 44 Fällen verantworten. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Studienrat vor, dass er über ein Jahr lang im Internet mit acht- bis zwölfjährigen Mädchen Live-Chats geführt und sie zu sexuellen Handlungen überredet haben soll.

Angeklagter soll Live-Chats aufgezeichnet haben

Laut Anklage soll er die Kinder, die in den USA, Großbritannien, den Niederlanden oder Frankreich leben, entweder dazu gebracht haben, sich nackt zu zeigen und sexuelle Handlungen an sich selbst auszuführen oder ihm bei sexuellen Handlungen zuzuschauen.

In weiteren zahlreichen Fällen soll er den Chatpartnerinnen laut Anklage Kinderpornos zugeschickt haben, um sie zu animieren. Die Live-Chats soll der Angeklagte zudem aufgezeichnet und auf seinem Computer gespeichert haben.

Hinweis amerikanischer Fahnder an das Bundeskriminalamt

Nach einem Hinweis amerikanischer Fahnder an das Bundeskriminalamt (BKA) kamen die Bonner Ermittler dem Lehrer auf die Spur. Das ganze Ausmaß des missbräuchlichen Chatverkehrs soll erst nach einer Hausdurchsuchung im März klar geworden sein. Neben den Live-Chats wurden auf mehreren Geräten offenbar zahlreiche kinder- und jugendpornographische Schriften und Videos beschlagnahmt.

Kinderfotos im Netz: Gepostet, geklaut, missbraucht die story 03.04.2019 43:27 Min. UT Verfügbar bis 03.04.2020 WDR Von Sebastian Bellwinkel

Der angeklagte Lehrer ist seitdem vom Schuldienst suspendiert. Zu den Vorwürfen hat er sich bislang nicht geäußert.

Der Prozess soll im Herbst vor einer Jugendschutzkammer starten.

Stand: 09.09.2019, 16:17