Stadtplaner wollen Regierungsviertel in Bonn umkrempeln

Der Stadtbaurat und Oberbürgermeister Sridharan (CDU) schauen sich ein Planungsmodell an.

Stadtplaner wollen Regierungsviertel in Bonn umkrempeln

  • Bonn kürt Siegerentwurf für zukünftiges Bundesviertel
  • Entwicklung weg vom reinen Bürostandort
  • Diskussion über Hochhäuser

Bonn könnte einen eigenen "Kiez" bekommen und einen Pool im Rhein. Diese Ideen stehen im Siegerentwurf, den das Planungsbüro Cityförster aus Hannover für das Bonner Bundesviertel entwickelt hat. Insgesamt vier Büros hatten sich an der Planungswerkstatt im Auftrag der Stadtverwaltung beteiligt. Stadtbaurat Helmut Wiesner sieht in dem Entwurf einen Paradigmenwechsel, weg vom bisherigen Bürostandort hin zu gemischten Strukturen. Dort, wo früher regiert wurde, soll auch gewohnt werden.

Investoren drängen auf mehr Hochhäuser

Luftaufnahme von Parkgelände mit zwei Hochhäusern am Rhein

Das Bonner Bundesviertel aus der Luft betrachtet.

Aber auch die hohe Nachfrage an Büroflächen will die Stadtverwaltung befriedigen. Das Bundesviertel ist mit rund 1,2 Millionen Quadratmetern Bürofläche der mit Abstand wichtigste Bürostandort in Bonn. Mehrere Investoren drängen darauf, möglichst in die Höhe bauen zu können. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) sieht das in Teilen kritisch. Er favorisiert kleinere Gebäude mit 40 bis 50 Metern Höhe und möchte die vor allem zwischen Posttower und Reuterbrücke konzentrieren.

Mehr Bürofläche vergrößert Verkehrsprobleme

Im städtischen Planungsamt ist man sich bewusst, dass sich Bonn mit mehr Büroflächen auch mehr Verkehrsprobleme in die Stadt holt. Schon jetzt stehen die Pendler morgens bei der Fahrt ins Bundesviertel oft im Stau. So soll das Auto eine untergeordnete Rolle spielen, während Bus und Bahn, Fußgänger und Radfahrer gestärkt werden. Dies könnte durch Park & Ride-Plätze funktionieren, an denen die Pendler auf Busse und Bahnen, Leihräder oder auf die geplante innerstädtische Seilbahn umsteigen.

Stand: 04.10.2018, 15:50