Junge deutsche Malerei im Kunstmuseum Bonn

Junge deutsche Malerei im Kunstmuseum Bonn

Von Henning Hübert

  • Neue Ausstellung "Jetzt! Junge Malerei in Deutschland"
  • Querschnitt durch junge Gegenwartsmalerei
  • In Kooperation mit Museen in Wiesbaden und Chemnitz

Drei Museen, ein Thema: Das Kunstmuseum Bonn zeigt gemeinsam mit dem Museum Wiesbaden und den Kunstsammlungen Chemnitz, was junge deutsche Malerei zurzeit zu bieten hat.

"Jetzt! Junge Malerei in Deutschland" besteht aus 500 Werken von 53 Künstlern und Künstlerinnen. Zu sehen ist die Ausstellung in Bonn ab dem 19.09.2019, in Wiesbaden ab dem 20.09.2019 und in Chemnitz ab dem 20.09.2019.

Qualitätsvoller Querschnitt

Ein siebenköpfiges Kuratorenteam hat ausgewählt, was nun gleichzeitig in drei Museen und später in Auswahl in den Hamburger Deichtorhallen gezeigt wird: Ein qualitätsvoller Querschnitt der jungen Gegenwartsmalerei.

Alle Künstler sind zwischen Ende 20 und Anfang 40 und haben ihre Ateliers in Deutschland. Bestimmten Schulen sind sie nicht zuzuordnen: Im Kunstmuseum Bonn zeigt ein realistisch-trister Simon Modersohn den Blick über den Gartenzaun: auf Thuja-Hecke, Trampolin und leere Wäschespinne. Im selben Raum ein großformatiger Hannes Michanek: In der Mitte eine phantastische Erde, apokalyptisch, gerade noch so bevölkert.

Die Liebe in der digitalen Wirklichkeit

Geprägt wurden alle Künstler durch die Nachwende-Zeit und die Digitalisierung, mit der sie sich auseinandersetzen oder sich ihr gar widersetzen – wie die in Bonn geborene Vivian Greven: Sie malt flachbildschirmähnliche Hintergründe und montiert darauf Paare oder Körperteile kurz vor einer ersehnten Berührung.

Greven bannt den Zustand zwischen Einsam- und Eins-Sein. Kurator Stephan Berg, Intendant des Bonner Kunstmuseums, erläutert : "Wir streicheln Oberflächen von Smartphones, wir digitalisieren uns durch Bilderwelten hindurch, die wir nie greifen können." Die Ausstellung zeige das große Thema der Liebe, der Erotik, der Berührung im Kontext der digitalen Wirklichkeit.

Die Bilder sind an allen Ausstellungsorten noch bis zum 19.01.2020 zu sehen. Dann werden einige von ihnen in die Deichtorhallen nach Hamburg wandern.

Stand: 19.09.2019, 11:41